Berlin-Kreuzberg

Pegida-Aktivisten spielen im Görlitzer Park Korangesänge

Pegida München hatte die Aktion angemeldet. Zahlreiche Gegendemonstranten erschienen. In der Nacht harrte ein einziger Pegida-Mann aus.

In der Ncht harrt ein einzelner Pegida-Anhängr im Regen im Görlitzer Park aus - bewacht von der Polizei.

In der Ncht harrt ein einzelner Pegida-Anhängr im Regen im Görlitzer Park aus - bewacht von der Polizei.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Es ist eine bizarre Veranstaltung, die am Freitag im Görlitzer Park stattfindet. Dort demonstrieren fünf Mitglieder von Pegida München gegen den dort stattfindenden Drogenhandel. Wie Polizeisprecherin Kerstin Ismer der Berliner Morgenpost bestätigte, habe ein Mann eine 24-Stunden-Demo für fünf Personen angemeldet, die noch bis Sonnabend 9 Uhr dauern sollte.

Die Versammlungsbehörde in Berlin habe die Veranstaltung geprüft und genehmigt, erklärte Ismer. Als die Berliner Morgenpost die Sprecherin am Telefon erreichte, waren im Hintergrund gerade lautstark Koranverse zu hören, die Pegida auf einem Fernseher abspielte. Via Lautsprecher beschallten sie mit den Gesängen den gesamten Park.

Schon vorher hatte die Männer ein Plakat mit der Aufschrift „Wo der Rechtsstaat kapituliert, dealt es sich ganz ungeniert“ aufgehängt. Zudem hissten die Rechtspopulisten vor einem Lieferwagen eine Deutschland- sowie eine Bayernfahne und stellten mehrere Pegida-Aufsteller auf den Boden.

Am frühen Freitagnachmittag waren 140 Polizisten im Görlitzer Park im Einsatz. Mehrere Hundert Gegendemonstranten hatten sich nach und nach im „Görli" versammelt. Gitter schirmen den Pegida-Demonstranten weiträumig ab. Weil die Demonstration bis 9 Uhr am Sonnabend andauern soll, richten sich die Polizisten auch darauf ein, dass die Bayern im Park übernachten.

Am Abend waren noch immer mehrere Pegida-Demonstranten im Park, weiterhin ertönten laute Korangesänge aus Lautsprechern. Zahlreiche Gegendemonstranten standen hinter den von der Polizei errichteten Absperrgittern.

Gegen drei Uhr morgens harrte noch ein einzelner Pegida-Mann mit Regencape im strömenden Regen eisern vor seinen Aufbauten aus. Das Licht dazu kam nicht von ihm. Die Polizei leuchtete den Platz mit einem dieselbetriebenen, ausfahrbaren Flutlichtmast aus (einer sogenannten "Lichtgiraffe").

Gegendemonstranten gab es keine mehr. Sie hatten nur ihre Banner und Pappschilder an einem Baum liegengelassen. Bewacht wurde diese Pegida-Aktion von 70 bis 80 Polizisten, die mit vielen Fahrzeugen ringsherum angerückt waren.

Möglicherweise werden die Pegida-Demonstranten am Sonnabend zur Rigaer Straße ziehen. Wie die Polizei bestätigte, hat Pegida München dort von 17 bis 24 Uhr eine weitere Demonstration angemeldet, die unter Vorbehalt genehmigt wurde. Nach Angaben der Berliner Polizei war einer der Münchner Pegida-Demonstranten vorher bereits in Hamburg und am Tag der Deutschen Einheit am Berliner Alexanderplatz aufgetreten.

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