Der Berliner Senat verfolgt im Kampf gegen die Drogen- und Gewaltkriminalität im Görlitzer Park in Kreuzberg einen neuen Ansatz: Künftig könnte die Grünanlage zwischen 22 Uhr abends und 8 Uhr morgens geschlossen bleiben. In dieser Zeit würden sich besonders schwerwiegende Gewalttaten ereignen, sagte der Staatssekretär der Innenverwaltung, Torsten Akmann (SPD), am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Für eine nächtliche Sperrung könnten an den Eingängen Zäune mit verschließbaren Türen installiert werden. „Ein Zaun wäre aus unserer Sicht eine gute Lösung“, sagte Akmann.
Den Vorschlag, über eine nächtliche Schließung nachzudenken, hätten ihm kürzlich Beamte des für den Görlitzer Park zuständigen Polizeiabschnitts unterbreitet, sagte Akmann. Am Tempelhofer Feld habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Das Viertel des alten Postzustellbezirks SO 36, in dem die Grünanlage liegt, sei ein „unkonventioneller Kiez“. „Mehr Polizei ist hier kein Allheilmittel“, sagte Akmann. Dies würde nur zu einer „stärkeren Polarisierung“ und einer Eskalation führen. „Das heißt, hier ist vor allem Kommunikation angesagt.“ Die polizeilichen Einsätze seien gleichwohl auf einem hohen Niveau. Die Maßnahmen seien auch noch einmal gesteigert worden.



