Bergmannstraße

Ab Ende September werden die Parklets abgebaut

Die umstrittenen Parklets in der Kreuzberger Bergmannstraße werden abgebaut, die grünen Punkte sollen verschwinden.

Im Herbst werden die Parklets abgebaut und vorerst eingelagert. Eine Bürgerbefragung soll ergeben, ob sie zurückkehren.

Im Herbst werden die Parklets abgebaut und vorerst eingelagert. Eine Bürgerbefragung soll ergeben, ob sie zurückkehren.

Foto: Patrick Goldstein

Berlin.  Der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), stellte am Dienstag abgeschlossene und anstehende Projekte seiner Abteilung vor. Dabei legte er einen Zeitplan vor, wie es mit dem Test einer Begegnungszone Bergmannstraße in Kreuzberg weitergeht. Demnach ist vorgesehen, dass ab dem 23. September die gelben Sitzgelegenheiten abgebaut werden. Ebenso entfernt werden die grünen Punkte auf der Fahrbahn, die den Bereich als verkehrlich entschleunigten Bereich ausweisen.

Das Bezirksamt war im Januar von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) aufgefordert worden, die Erprobungsphase der Begegnungszone Bergmannstraße Ende Juli zu beenden. Weitere Forderungen, die Parklets und Punkte bis August zu entfernen, folgten. Zeitlich verzögert wird dies nun umgesetzt. „Wenn man viel Bürgerbeteiligung will, dauert es etwas länger, bis alles beendet ist“, sagte Schmidt am Dienstag.

Lesen Sie auch: Begegnungszone Bergmannstraße kostet über eine Million Euro

Das mit der Senatsverkehrsverwaltung vorangetriebene Projekt soll der Öffentlichkeit darstellen, wie eine von Bürgerinitiativen geforderte Umgestaltung im Bergmannkiez aussehen könnte. Aktuell gibt es dazu eine Haushaltsbefragung. Vor einer endgültigen Auswertung sagte Felix Weisbrich, Amtsleiter des Straßen- und Grünflächenamts, dass auffällig viele Anwohner von der Gelegenheit Gebrauch gemacht hätten, Stellung zu beziehen.

Dass die Begegnungszone umstritten ist, schlug sich darin nieder. „Es gab ein sehr gemischtes Bild, was die Bewertung der Testphase betraf. Das kann man sich vorstellen, nach den Reaktionen, die auch in der Öffentlichkeit gelaufen sind“, so Weisbrich. Allerdings habe sich die überwiegende Mehrheit auch für eine „Verkehrsberuhigung oder mehr“ ausgesprochen.

Hintergrund: Stadtrat Schmidt: „Ich gebe zu: Das waren Rohrkrepierer“

Kritik an Parklets im Bergmannkiez: Einbeziehung der Bürger „massiv ausgebaut“

Zur Kritik aus der Bevölkerung, bei der seit November verzögert anlaufenden Testphase nicht ausreichend über Pläne und Fortschritte informiert worden zu sein, sagte die Pressesprecherin des Bezirksamts, Sara Lühmann, man habe die Einbeziehung der Bürger „massiv ausgebaut“. So sei das Bezirksamt seit März auf dem Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de präsent und halte Nutzer dort sowie auf der bezirklichen Webseite auf dem Laufenden – auch über alle Entwicklungen der Begegnungszone.

Von der kommenden Woche an finden zwei Bürger-Workshops statt, bei denen Ideen für die Zone gefiltert werden. Auf der Bergmannstraße werden Ergebnisse ausgestellt und von einer Onlinebefragung begleitet. Im vierten Quartal werden alle Ergebnisse vorgestellt, im ersten Halbjahr 2020 werden der BVV die Planungsvarianten über die künftige Ausgestaltung der Bergmannstraße zur Beschlussfassung vorgelegt

Und die Parklets? „Werden erst einmal eingelagert“, sagte Schmidt. Neben der Eröffnung einer temporären Spielstraße am Mittwoch in der Böckhstraße nannte er als zukünftige Verkehrsprojekte unter anderem die Installation von 1200 neuen Fahrradbügeln sowie den Rückbau von Parkflächen am Kottbusser Damm und entlang der East-Side-Gallery zugunsten des Fuß- und Radverkehrs.