Die Aktivisten, die am Freitagmorgen das 30 Meter hohe Monumentalkunstwerk bestiegen und mit einer orangefarbenen Schwimmfeste bekleidet hatten, haben am Dienstagvormittag auf Youtube ein Video der Aktion veröffentlicht. In einer begleitenden Mitteilung schrieb die Aktion "Seebrücke": "In Europa ertrinken die Menschenrechte im Mittelmeer. Solange die EU weiter wegsieht, glauben wir daran, dass ziviler Ungehorsam der einzige Weg ist, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Besonders jetzt, kurz vor der Europawahl."

Mit Seilen erkletterten Aktionisten die aus drei Personen bestehende Skulptur. Damit wollte die Organisation für eine andere europäische Flüchtlingspolitik und Seenotrettung im Mittelmeer protestieren. Am Mittag verließen die Aktivsten freiwillig die Skulptur. Die Planen und das Equipment wie Seile wurden von der Polizei beschlagnahmt. Außerdem stellten die Beamten die Personalien der Beteiligten fest.

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Aktion „Safe Passage“

„In den letzten 5 Jahren hat die EU mehr als 18.000 Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken lassen und kriminalisiert diejenigen, die versuchen das zu ändern. Heute setzen wir auf der Spree ein Zeichen gegen diese menschenverachtende Politik!“, schrieb Anarche Berlin auf seiner Facebook-Seite. Auf Twitter hieß es: „Am Molecule Man und auf der Spree regt sich Widerstand. Gegen ein Europa, das Menschen ertrinken lässt.“

Menschen besteigen den Molecule Man.
Menschen besteigen den Molecule Man.© Morris Pudwell

Die Polizei wirkte darauf hin, dass die Aktionisten den „Molecule Man“ verlassen. Sie war auch „aus Sicherheitsaspekten“ im Einsatz, wie ein Sprecher der Berliner Morgenpost sagte. Schließlich sei es nicht ungefährlich, wenn sich Personen auf der 30 Meter hohen Skulptur befänden.

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„Die Aktion ist noch längst nicht vorbei“, twitterte das Kollektiv „Anarche“ gegen 9 Uhr. Menschen wurden aufgerufen, zur Elsenbrücke zu kommen.

Molecule Man erinnert an Einheit der Welt

Der Molecule Man wurde im Mai 1999 vom US-Bildhauer Jonathan Borofsky geschaffen. Die Skulptur steht mitten in der Spree zwischen Elsenbrücke und Oberbaumbrücke, wo sich die Ortsteile Kreuzberg, Friedrichshain und Alt-Treptow treffen.

Die Skulptur solle daran erinnern, „dass sowohl der Mensch als auch die Moleküle in einer Welt der Wahrscheinlichkeit existieren und es das Ziel aller kreativen und geistigen Traditionen ist, Ganzheit und Einheit innerhalb der Welt zu finden“, erläuterte Jonathan Borofsky sein Kunstwerk. Finanziert wurde es von der Allianz, die bis 2006 in den benachbarten Treptowers ihren Sitz hatte.

Update: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir zunächst geschrieben, das "Anarche Berlin" den Molecule Man geentert habe. Es handelte sich aber um das Bündnis "Seebrücke". Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.