Beschluss

East Side Mall: Umstrittener Zugang wird nun doch geöffnet

Der Zugang an der Warschauer Brücke war am Eröffnungstag geschlossen. Jetzt macht der Bezirk doch den Weg frei.

Noch ist die Plattform zur East Side Mall von der Warschauer Brücke aus mit Gittern und Flattereine gesperrt.

Noch ist die Plattform zur East Side Mall von der Warschauer Brücke aus mit Gittern und Flattereine gesperrt.

Foto: Patrick Goldstein

Berlin. Darauf mussten die Betreiber des Einkaufszentrums und ihre Kunden lange warten. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg wird den umstrittenen Zugang von der Warschauer Brücke aus freigeben. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sagte auf Anfrage der Berliner Morgenpost, dass eine entsprechende Einigung jetzt mit den Eigentümern getroffen wurde. Der genaue Termin der Öffnung stehe nicht fest, weil die Abmachung noch dokumentiert werden müsse. Zudem sind zuvor einige sichernde Bauarbeiten vorgesehen, zu denen sich das Unternehmen verpflichtet habe.

Die Abmachung steht am Ende eines zähen Streits mit so wunderlichen Auswüchsen, dass sogar die Satiresendung „Extra 3“ des NDR-Fernsehens einen Beitrag erwog, so Lothar Jösting-Schüßler von der Fraktion der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg.

Hintergrund:

East Side Mall: Provisorische Treppenkonstruktion der Betreiber

Das Einkaufszentrum hatte am 31. Oktober vergangenen Jahres als 69. Mall der Stadt eröffnet. Sie umfasst auf drei Ebenen 38.000 Quadratmeter Mietfläche mit 110 Geschäften auf 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Der Zugang an der Warschauer Brücke war am Eröffnungstag mit Holzbrettern und Gittern geschlossen. Eine Durchtrennung des Zaunes dort hatte die Senatsverkehrsverwaltung aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Der bestehende Zaun diene als Schutz gegen durchbrechende Autos. Die provisorische Treppenkonstruktion der Betreiber über den Zaun und auf die Plattform in Richtung Eingang wurde später kurz geöffnet, dann aber ebenfalls geschlossen. Innerhalb der ersten drei Tage wurde zudem drei Mal falscher Alarm ausgelöst.

Im Februar dieses Jahres hieß es, dass sich die Eigentumsverhältnisse der Mall verändert haben. Zudem sei eine neue Center-Managerin eingesetzt worden. In all der Zeit mussten Besucher der Mall umständlich zu einem der anderen Eingänge laufen. Lothar Jösting-Schüßler traf mit Managern der Mall zusammen und berichtete später von deren erheblichen Sorgen um den Umsatz.

Sichere Führung der Fußgänger an der Warschauer Brücke

Ende März wollte Marlene Heihsel von der Gruppe der FDP in der BVV in einer mündlichen Anfrage wissen, wann der Zugang geöffnet wird. Stadtrat Schmidt erwiderte, dies könne erst dann geschehen, wenn die Verkehrssicherheit für den Fußgängerverkehr nachgewiesen ist. Dafür müsse allerdings eine sichere Führung der Fußgänger durch die Einrichtung von Verkehrsschutzgittern und Querungsmöglichkeiten zu den S- und U-Bahn-Zugängen auf der anderen Seite der Straße gesichert werden.

Sorge der Behörde war, dass Fußgänger, die spontan von den Bahnausgängen über die Straße zum Mall-Eingang gelangen wollten, vor Autos gelaufen wären. Für die technische Freigabe, das heißt, den Anschluss des Übergangs an die Brücke und das Entfernen des Brückengeländers, so das Bezirksamt sei die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zuständig.

Vereinbart ist nun, dass es eine neue Ampel nicht geben wird. Die Betreiber müssen aber die Verkehrsschutzgitter an der Fahrbahn anbringen, bestehende Gitter erneuern, für Hinweisschilder sorgen, die zur nächstgelegenen Fußgängerampel lenken und eine sichernde Lichtgestaltung auf Straße und Plattform veranlassen. Die Kosten übernimmt das Unternehmen.

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