Nur gut zehn Jahre hat es gedauert, bis aus einem kleinen Berliner Start-up einer der größten Arbeitgeber der Stadt geworden ist. Bereits rund 6000 Mitarbeiter beschäftigt der Online-Modehändler Zalando heute in Berlin, die meisten davon im Quartier zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße. Und es sollen noch viel mehr werden.

Zalando zieht als Mieter ein

Mitte vergangener Woche (6.3.) wurde der Baubeginn für den Stream-Tower gefeiert: einen 97 Meter hohen Turm den die Signa Gruppe von Karstadt-Eigentümer René Benko an der Tamara-Danz-Straße Ecke Wanda-Kallenbach-Straße errichtet. Bis 2021 soll der Turm, der nach den Plänen des Architekturbüros Gewers Pudewill entsteht, fertig sein. Hauptmieter des Gebäudes: Zalando.

Der Stream-Tower soll 97 Meter hoch werden.
Der Stream-Tower soll 97 Meter hoch werden.© SIGNA | SIGNA

„Wir freuen uns sehr, dass wir nach der Planungsphase nun mit diesem Projekt in die Bauphase starten können“, sagte Timo Herzberg, Vorstand von Signa, anlässlich des Baustarts. Mit Zalando habe man einen „attraktiven Mieter „gefunden. Der Online-Händler will 2500 Arbeitsplätze auf den oberen 23 Etagen unterbringen. Im ersten Obergeschoss sind zudem öffentlich zugängliche Gastronomieflächen sowie ein Konferenzbereich vorgesehen. Außerdem verfügt der Turm über eine Tiefgarage mit 120 Stellplätzen für Pkw und 250 Stellplätzen für Fahrräder.

Internetriese bezieht Campus mit insgesamt zwölf Gebäuden

Rund um die Arena ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter Zalando Campus entstanden. Aktuell ist der Internetriese dabei, in zwei Gebäude an der Valeska-Gert-Straße einzuziehen – „hier befindet sich auch unser neues Hauptquartier“, sagte Robert Höhne, der bei Zalando für den Bau zuständig ist, der Berliner Morgenpost. In den bereits fertig gestellten Gebäuden ist damit Platz für 6000 Mitarbeiter.

Hier entsteht der Zalando-Campus
Hier entsteht der Zalando-Campus

Doch das expandierende Unternehmen hat weiteren Platzbedarf: Neben dem Stream-Tower will Zalando künftig auch noch in das im Bau befindliche „Up!“-Gebäude einziehen. Dabei handelt es sich um den Umbau des alten Kaufhofgebäudes am Ostbahnhof – ebenfalls ein Projekt der Signa Gruppe, das 2022 fertig gestellt werden soll.

In dem alten Kaufhaus entstehen laut Höhne weitere 2000 bis 2500 Arbeitsplätze. „Damit haben wir Ende 2022 Platz für rund 10.000 Mitarbeiter im Zalando Campus“, so Höhne weiter. Zwar habe das Unternehmen mittelfristig nicht das Ziel, weitere Gebäude im Quartier anzumieten, verriet Höhne. Weiteres Wachstum sei aber dennoch nicht ausgeschlossen: „Wir haben noch eine Option auf ein weiteres Projekt“, so der Bauverantwortliche. Wo genau das errichtet werden soll, wolle er jedoch noch nicht verraten.

Baukollegium bemängelt Konzept für zweiten Turm

Der Stream-Tower ist übrigens nicht das einzige Hochhaus, das an der Arena entsteht. Der 140 Meter hohe Turm von The Edge Technologies, der direkt neben der Warschauer Brücke geplant ist, hat jedoch noch kein grünes Licht vom Berliner Baukollegium. Das Beratergremium von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte bemängelt, dass nicht hinreichend klar sei, wie lokale Gruppen in das Projekt einbezogen würden. Am kommenden Montag müssen die Macher das Projekt deshalb erneut im Baukollegium vorstellen.