Machbarkeitsstudie

Kreuzberger Wrangelkiez könnte autofrei werden

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Patrick goldstein
Monika Herrmann, grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, setzt sich für einen autofreien Kiez ein.

Monika Herrmann, grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, setzt sich für einen autofreien Kiez ein.

Foto: Patrick Goldstein

Die Verkehrsverwaltung finanziert eine Machbarkeitsstudie, das Quartier autofrei zu halten – und den Folgen.

Berlin. Die Bewohner des Kreuzberger Wrangelkiezes sind genervt und werden zunehmend ungeduldig. Ihre Wohngegend ist geprägt von Durchgangsverkehr und Rasern, die der Nachbarschaft die Leistungsfähigkeit ihrer Wagen laut und lebensgefährlich demonstrieren. Als Reaktion darauf hat sich die Anwohnerinitiative „Autofreier Wrangelkiez“ zusammengefunden. Doch Gewerbetreibende sowie jene Nachbarn, die auf ihr Auto angewiesen sind, sehen solche Pläne kritisch.

Die Initiative hatte mit dem Bezirk die Beauftragung einer Untersuchung vorangetrieben, die Ist-Zustand, Möglichkeiten und Folgen beleuchtet. Jetzt meldet die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die Finanzierung einer solchen Machbarkeitsstudie. Der Bericht „Autofreier Wrangelkiez“ soll prüfen, wie man den motorisierten Individualverkehr reduzieren kann. Störend und für spielende Kinder bedrohlich ist der umfangreiche Lieferverkehr an der Wrangelstraße. Die Studie wird daher nach Lösungen suchen. Darüber hinaus ist die Stärkung der Voraussetzungen für mehr und sichereren Radverkehr vorgesehen.

Interessen im Kiez einbeziehen

Beleuchtet wird eine veränderte Verkehrsstruktur für den Bereich zwischen Spree, Landwehrkanal, Görlitzer Park und Skalitzer Straße. Teil der Studie, deren Ausschreibung das Bezirksamt jetzt vorbereitet, ist eine Bürgerbeteiligung, um die Interessen im Kiez miteinzubeziehen. Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne), begrüßte die bevorstehende Untersuchung. Die Bürger und Bürgerinnen des Wrangelkiezes setzten sich seit Langem für eine Verkehrsberuhigung in ihrem Wohnumfeld ein. „Nun besteht die Möglichkeit, dass der Kiez zum Pilotprojekt für Autofreiheit in der Innenstadt und damit zum Vorreiter für moderne Mobilität wird“, so Herrmann.

Schon vor Beginn der Untersuchung wird der Bezirk Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umsetzen, die mit den Menschen in der Nachbarschaft abgestimmt worden waren. An den Kreuzungen der Wrangelstraße und Cuvrystraße sowie der Falckensteinstraße werden etwa Diagonalsperren installiert. Zudem sind Fahrradparkplätze geplant, mehrheitlich auf der Fahrbahn.