Wieder da

Cafe Sibylle feiert Comeback an der Karl-Marx-Allee

Der Traditionstreff und Ausstellungsraum öffnet an diesem Sonnabend wieder.

Für viele gehört das Café Sibylle untrennbar zur Karl-Marx-Allee

Für viele gehört das Café Sibylle untrennbar zur Karl-Marx-Allee

Friedrichshain-Kreuzberg. Es ist eines der letzten Originale des Wohnkomplexes Karl-Marx-Allee. Lange war die Zukunft des nach DDR-Magazin „Sibylle“ benannten Cafés ungewiss. Nach Intervention des Bezirks eröffnet es nach der Schließung Ende März am nächsten Sonnabend.

1953 als „Milchhalle“ eröffnet, verbinden viele, die die DDR erlebten, daran bis heute gute Erinnerungen, die bei jedem Besuch dank authentischen Mobiliars aufleben. Dort treffen sich Parteien des Bezirks, Verbände und Kulturgruppen. Gezeigt wird zudem eine Dauerausstellung zur Geschichte der Allee. Fast 100 Veranstaltungen mit 7000 Besuchern gab es 2017.

Als der frühere Träger Insolvenz anmeldete, forderte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im März 2018 das Bezirksamt auf, sich für den Erhalt und die langfristige Sicherung des Cafés als Kultur- und Kommunikationsort einzusetzen. So wurde jetzt die puk a malta gGmbH neuer Träger, ein Weiterbildungs- und Beschäftigungsträger. Sie erhält vom Bezirk ein Nutzungsentgeld von 2000 Euro. Kritik an der jährlichen Zahlung von 24.000 Euro übte Michael Heihsel von der Gruppe der FDP in der BVV. Er sieht darin eine Subventionierung: „Dass der Bezirk hier 24.000 Euro quasi als bedingungsloses Grundeinkommen verschenkt, ist ein Skandal. Jedes andere Café muss hierfür sehr viel Kaffee kochen und Kuchen backen.“

Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) erklärte dagegen, es handele sich keinesfalls um eine Subvention ohne jede Gegenleistung. Vielmehr nutze der Bezirk die Räume des Cafés für seine Ausstellung über den einstigen Vorzeigeboulevard sowie für Angebote der Bürgerbeteiligung und Bürgerinformation.

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