Da noch ein kleines Aufsichtshäuschen, dort noch ein paar Eisenpfeiler. Auch ein Teil der alten Fußgängerbrücke ist wieder aufgebaut. Mit dem 2006 begonnenen und kurz vor dem Abschluss stehenden Umbau des Ostkreuzes gibt es nicht mehr allzu vieles, was an den alten Bahnhof erinnert. Dabei ist die Station an der Grenze von Friedrichshain und Lichtenberg nicht nur einer der wichtigsten Verkehrsknoten Berlins, sondern auch einer der ältesten Bahnstationen der Stadt.

Umso verdienstvoller, dass Autor Sven Heinemann und Fotograf Burkhard Wollny nun erzählen, wie der lange Zeit als „Rostkreuz“ verrufene Bahnhof nicht nur für viele Berliner zum Mythos wurde. Der opulente und mit vielen Hintergrundinformationen ausgestattete Bildband zeigt bislang unveröffentlichte Fotos aus der wechselvollen Geschichte der Station, die 1885 unter dem Namen Stralau-Rummelsburg eröffnet wurde.

Die Eisenbahn war damals die Lokomotive für eine Entwicklung Berlins von einer preußischen Residenz zu einer Weltme­tropole. Ostkreuz wurde dabei zum wichtigsten Kreuzungsbahnhof für den damals geradezu revolutionären S-Bahnverkehr. Für das Buch durchstöberte Bahnenthusiast Heinemann (39) seit 2011 Archive und private Nachlässe, immer auf der Suche nach neuem Bildmaterial. Ein Teil des Verkaufserlöses kommt dem Verein Historische S-Bahn Berlin zugute.

Autor Sven Heinemann bietet den Lesern der Berliner Morgenpost am Sonntag, 24. Juni, eine exklusive und kostenlose Ostkreuz-Führung an. Treff: 11 Uhr an der Sonntagstraße Ecke Simplonstraße.

Dampflokzeit: Um 1890 entstand dieses Foto vom Ostkreuz, es ist eines der ältesten. Schon damals fuhren Züge zwischen Ring- und Stadtbahn im 20-Minuten-Takt
Dampflokzeit: Um 1890 entstand dieses Foto vom Ostkreuz, es ist eines der ältesten. Schon damals fuhren Züge zwischen Ring- und Stadtbahn im 20-Minuten-Takt© BM | Burkhard Wolly und andere

Auf dem Holzweg: 1986 lässt die Reichsbahn die bis zu fünf Meter langen Balken der Südringkurve ersetzen. Im Hintergrund der Wasserturm
Auf dem Holzweg: 1986 lässt die Reichsbahn die bis zu fünf Meter langen Balken der Südringkurve ersetzen. Im Hintergrund der Wasserturm© BM | Burkhard Wolly und andere
Bahnsteig D: Vor 1927 hieß das Ostkreuz noch Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Damals arbeiteten dort 105 Bedienstete  Sammlung
Bahnsteig D: Vor 1927 hieß das Ostkreuz noch Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Damals arbeiteten dort 105 Bedienstete Sammlung© Sammlung Lutz Zschage | Sammlung Lutz Zschage

Umbau: Seit 2006 wird das Ostkreuz von der Bahn für 450 Millionen Euro modernisiert. Hier ein Blick auf die neue Südkurve, über die seit Ende 2017 wieder S-Bahnen fahren, allerdings ohne Halt
Umbau: Seit 2006 wird das Ostkreuz von der Bahn für 450 Millionen Euro modernisiert. Hier ein Blick auf die neue Südkurve, über die seit Ende 2017 wieder S-Bahnen fahren, allerdings ohne Halt© BM | Burkhard Wolly und andere
Mythos Ostkreuz, VGB Verlagsgruppe, 272 Seiten, 39,95 Euro
Mythos Ostkreuz, VGB Verlagsgruppe, 272 Seiten, 39,95 Euro© BM | Burkhard Wolly und andere