Berliner Nachtleben

Betreiber insolvent: Matrix übernimmt Club Magdalena

Zwischen einem der Betreiber des Magdalena und dem Insolvenzverwalter tobte zuletzt heftiger Streit. Das Matrix übernimmt den Betrieb.

Besucher im Club Magdalena im ehemaligen Hafenkraftwerk an der Elsenbrücke

Besucher im Club Magdalena im ehemaligen Hafenkraftwerk an der Elsenbrücke

Foto: ullstein bild

Ein Betreiberwechsel der besonderen Art in der Berliner Clubszene sorgt gegenwärtig für hitzige Debatten auf Facebook und Co.: Seit Dienstag hat die Matrix Club & Event GmbH die Räume des Friedrichshainer Clubs Magdalena übernommen. Das Matrix ist vor allem als klassische Diskothek und Kulisse des RTL2-Formats „Berlin Tag und Nacht“ bekannt. Der Club Magdalena steht für ein alternatives, nicht pur auf Kommerz ausgerichtetes Veranstaltungskonzept.

Grundlage für den Betreiberwechsel ist ein Beschluss des Landgerichts Berlin vom 2. Januar 2017. Das Insolvenzverfahren gegen die Magdalena Betriebsgesellschaft GmbH läuft seit dem 1. September 2016. Zuvor waren die Räume umfangreich umgebaut worden. Laut Geschäftsführer Daniel Mizgalski musste der Club aufgrund baurechtlicher Auflagen länger als geplant geschlossen bleiben, was zu unvorhergesehenen Gewinnausfällen führte. Insgesamt seien Verbindlichkeiten in Höhe von rund zwei Millionen Euro entstanden.

An Silvester erteilte die Magdalena Veranstaltungs-Unternehmergesellschaft dem vom Insolvenzverwalter beauftragten Security-Personal schließlich bei einer Veranstaltung Hausverbot. Dieser ließ am 2. Januar daraufhin die Schlösser austauschen. „Meiner Auffassung nach ist man mit verbotener Eigenmacht vorgegangen“, sagt der Anwalt der Veranstalter, Bassem Al Abed, der gegen das Urteil Beschwerde einlegen will. Die verfahrensbetraute Anwältin des Insolvenzverwalters, Stephanie Hotopp, teilt diese Auffassung nicht.

„Wir haben lediglich unser Selbsthilferecht wahrgenommen“, sagt sie. Die Magdalena UG habe den Betrieb gar nicht geführt, so die Anwältin. Man gehe davon aus, dass Silvester-Einnahmen von rund 65.000 Euro an der Insolvenzmasse vorbeigeflossen seien. Die Matrix Club & Event GmbH wollte sich zur Übernahme nicht äußern.