Der Ostteil des RAW-Geländes an der Revaler Straße in Friedrichshain hat einen neuen Eigentümer: Das Neue-Heimat-Grundstück wurde an die International Campus AG verkauft. Für welche Summe wollen die neuen Eigentümer mit Sitz in München nicht verraten. Zumindest hatten sie schon seit Langem Interesse an diesem Ort nahe der Warschauer Straße gezeigt.
Die International Campus AG beschreibt sich auf ihrer Internetseite als „Entwickler, Investor und Betreiber innovativer Studentenwohnhäuser in Deutschland“. Nun also doch neue Wohnungen? Dabei war doch immer wieder von „DNA-Erhalt“ die Rede.
Ähnlich wie bei Amtsantritt der Familie Kurth, die im April den Westteil des RAW-Geländes übernommen hatte, fallen auch nun wieder Worte wie „kooperatives Planungsverfahren“ und „Erhalt von Subkultur“. Was genau die neuen Eigentümer mit den Gebäuden vorhaben, könne laut Sprecher Thomas Rücker zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen. „Erstmal wollen wir uns mit Bezirk und Nachbarschaft, mit Kultur und Subkultur austauschen.“ Es gehe darum, alle Interessensgruppen einzubeziehen. Damit meint Rücker auch die Nutzungskonzepte des benachbarten Inhabers Kurth.
Grundsätzliches Ziel: studentisches Wohnen
Und doch sei das grundsätzliche Ziel der neuen Eigentümer des Ostteils durchaus, „das studentische Wohnen in diesem Raum unterzubringen – in welchem Rahmen ist noch ungeklärt“. Etwas zweifelhaft bleibt, ob Studenten auf dem RAW-Gelände tatsächlich eine angemessene Wohnqualität bekommen, wenn der grundsätzliche Charakter dieses „einmaligen Ortes“, wie Rücker sagt, erhalten bleiben soll. Er glaubt, dass die partizipative Entwicklung, die sie, wie alle anderen auch, anstreben, auf lange Sicht Erfolg haben wird.
Aufseiten des vorigen Eigentümers, der RED Berlin Development GmbH, wurde der Vorwurf immer lauter, das Bezirksamt kümmere sich nicht genug um Bebauungsanträge und veranschlagte Nutzungsänderungen. Im Gegensatz dazu soll die Eigentümerfamilie Kurth geradezu bevorzugt worden sein. RED Berlin spricht sogar von einem regelrechten „Boykott“.
pacz




