Die neue Empfangshalle für den S-Bahnhof Warschauer Straße wird später fertig als geplant. Grund sind Fehler in den Planungsunterlagen, wie ein Bahnsprecher am Montag bestätigte. Ursprünglich sollte das Gebäude 2016 fertig sein, nun rechnet die Bahn erst im Spätsommer 2017 mit einer Eröffnung.

An der in unmittelbarer Nähe zur Mercedes-Benz-Arena (früher O2 World) gelegenen S-Bahnstation Warschauer Straße steigen täglich bis zu 85.000 Menschen ein, aus oder um. Seit dem Abriss der alten Halle im Jahr 2005 stehen ihnen nur Provisorien als Zugang zum Bahnsteig und als Unterstellmöglichkeiten zur Verfügung.

Fehler in den Planungsunterlagen

Bereits der Baubeginn für die von den Berliner Architekten Dörr Ludolf Wimmer entworfenen Empfangshalle – es ist bereits die fünfte in der 130-jährigen Geschichte des Bahnhofs – hatte sich um Jahre verzögert. Erst Ende 2012 lag ein Planfestellungsbeschluss für den Neubau sowie die Umgestaltung der Gleisanlagen vor. Grund dafür waren auch städteplanerische Unklarheiten.

So beabsichtige der Senat lange Zeit eine Weiterführung der U-Bahn über die Warschauer Brücke hinweg bis zum Frankfurter Tor. Inzwischen setzt sich vor allem die BVG für eine Verlängerung der U1 bis zum Ostkreuz ein. Da auch dafür bauliche Veränderungen im Bereich des Bahnhofs notwendig sind, könnten die Verzögerungen zumindest für dieses Vorhaben von Vorteil sein.

Mehrkosten sind noch unklar

2014 waren einem Sachverständigen Fehler in den Planungsunterlagen für den Neubau aufgefallen. Die erneute Bearbeitung nutzt die Bahn auch, um die Pläne für Geschäfte und Gastronomie in dem Gebäude nachzubessern. Eine Eröffnung der neuen Bahnhofshalle ist nun für den Spätsommer 2017 vorgesehen. Zuvor soll ein zweiter Bahnsteig in Betrieb genommen werden.

Der gesamte Umbau des S-Bahnhofs sowie der Gleisanlagen an der Warschauer Brücke ist laut Bahn mit rund 28 Millionen Euro veranschlagt. Welche Mehrkosten durch die Planungsfehler entstehen und wer am Ende dafür aufkommt, ist derzeit noch unklar.