In Friedrichshain-Kreuzberg wächst seit Jahren der Widerstand gegen die steigende Zahl von Touristen. Vor allem die lauten Partytouristen am Wochenende sind vielen Anwohnern ein Ärgernis - trotz des bunten, toleranten und weltoffenen Images, das der Bezirk in aller Welt hat.
Inzwischen will der Bezirk vermitteln und hat eine Initiative ins Leben gerufen, die Einheimische und Besucher miteinander versöhnen soll. Dazu sollen Pantomime-Künstler die lärmenden „Touris“ zur Ruhe bringen.
Auf Facebook diskutieren Morgenpost-Leser über die zunehmende Touristenzahl. Astrid Knauer etwa meint: „Tourismus ist ein Hauptwirtschaftszweig in Berlin. Alle freuen sich über Millionen von Touris, die Millionen in die Stadt bringen. Wir können es uns nicht leisten, sie zu vergraulen.“ Ähnlich äußern sich viele Nutzer, die allerdings auch nicht in den betroffenen Bezirken leben. Dagegen schreibt Basti Grandiosum: „Das Problem fängt ja schon bei den ganzen Eigentumswohnungen an, die zu Ferienwohnungen umgebaut werden, und das nimmt überhand im Friedrichshain.“
„Berlin ist doch eine attraktive Stadt“
Doch der Tenor ist eher pro Tourist. Claudia Sabine Feilke: „Mir schmeichelt es, wenn Touristen in meine Heimatstadt kommen,das sagt doch aus, dass Berlin doch eine attraktive Stadt ist, warum soll man dann die Touristen vergraulen? Kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Außerdem: Wir sind alle Touristen, wenn wir in eine andere Stadt/Land verreisen, ohne Worte!“
Viele sehen auch den wirtschaftlichen Aspekt. So schreibt Dash Kallavar: „Ganz ehrlich! Dank Tourismus haben mehrere Tausend Berliner Jobs!!!“
Und „Klodett aus B“ schreibt: „Mich würde ja mal interessieren, wie viele von den jetzigen Friedrichshainern und Kreuzbergern mal als Touristen nach Berlin kamen........ Ausgerechnet diese beiden Bezirke.“

