Die East Side Gallery bleibt vorerst Eigentum des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Es gebe noch keine Entscheidung, ob die Mauer in die Stiftung Berliner Mauer übergeht, sagte der zuständige Bezirksbaustadtrat Hans Panhoff (Grüne) am Wochenende. „Es wäre gut, wenn wir noch in diesem Jahr Klarheit darüber bekommen.“ Das sei für die weitere Planung wichtig. Nach Panhoffs Worten steht die Stiftung einer Übernahme im Grundsatz positiv gegenüber. Nach Angaben des Kultursenats dauern die Gespräche mit dem Bund darüber noch an.

Der Bezirk möchte die berühmte Open-Air-Galerie auf einem Abschnitt der sogenannten Hinterlandmauer der Stiftung Mauer übertragen, weil für den Unterhalt nur begrenzt Mittel aus der Bezirkskasse zur Verfügung stehen. „Wir müssen das Geld dafür an anderer Stelle abzwacken“, sagte Panhoff. Seit Längerem wird diskutiert, in welcher Trägerschaft das 1,3 Kilometer lange Stück erhalten werden kann. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte es wiederholt abgelehnt, die Anlage der zentralen Gedenkstätte zu überantworten. Ihr Sprecher bekräftigte dies erneut.

Die ehemalige Hinterlandmauer sei als „Galerie“ ein weltbekannter Berliner Kulturort, aber kein nationaler Gedenkort im Sinne des Gedenkstättenkonzeptes des Bundes, unterstrich er. Das Land Berlin wäre bereit, 125.000 Euro in diesem Jahr in die Anlage zu stecken, wenn sich der Bund mit der gleichen Summe beteiligt.

Künstlergruppe „East Side Gallery“ fordert finanzielle Sicherheit

Eine Aufnahme in die Stiftung würde die Künstlergruppe „East Side Gallery“ begrüßen. Sie kämpft nach eigenen Angaben seit 19 Jahren für den dauerhaften Erhalt der Anlage. Ein solcher Schritt brächte dauerhaft finanzielle Sicherheit, betonte der Vorsitzende der Künstlerinitiative, Kani Alavi. Allerdings müsste die Stiftung „zwei bis drei Künstlern“ ein Mitspracherecht einräumen und ihnen eine Mitarbeit ermöglichen. Zunächst hofft der Bezirk auf eine Sanierung des Mauerstücks. Dafür wurde ein Antrag auf Förderung aus dem Sonderprogramm des Bundes für Denkmalschutz gestellt. Laut Senatsverwaltung für Kultur steht eine Entscheidung noch aus.

dpa