Fahrgäste müssen am Bahnhof Zoologischer Garten ja schon einiges aushalten. Essensreste auf dem Boden, Glasscherben, Unrat, verbrannte Alufolien. Seit Jahrzehnten gibt es dort eine Szene aus Obdachlosen und Drogensüchtigen. Kurzum: Der Bahnhof Zoo hat keinen besonders guten Ruf. Auch der Geruch trägt dazu bei: Gestank von Müll und Urin gehört für viele längst zum Bahnhofserlebnis dazu.
Doch am Bahnhof Zoo kann man offenbar auch noch in den ein oder anderen Überraschungsgeruch stolpern. Leider im negativen Sinn. Das ist auch dem SPD-Politiker und ehemaligen Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann, aufgefallen. Und zwar in der U‑Bahnstation. Dort kritisiert er eine „durch die Imbisse im oberen Bahnhofsbereich verursachte Geruchsbelästigung“, die „unzumutbar“ sei – Imbiss-Gestank also. Auch das noch, mag man sich denken.
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Naumann hat deswegen eine Schriftliche Anfrage an den Senat gestellt, um dem Ärgernis auf den Grund zu gehen. Der Gestank sei schließlich nicht nur ihm aufgefallen, sondern auch zahlreichen anderen Fahrgästen. So geht es aus seiner Frage hervor. Der Abgeordnete wollte daher vom Senat wissen, ob dieser seine Auffassung einer unzumutbaren Geruchsbelästigung teilt.
U-Bahnhof Zoo: BVG konnte keinen Gestank feststellen
Der Senat hat sich bei der BVG erkundigt. Und die BVG teilt daraufhin mit, sie habe die Situation „kurzfristig überprüft“. Mit dem Ergebnis: „Die BVG kann die in der Frage vorgenommene Bewertung der konkreten Situation nicht bestätigen.“ Oder vereinfacht gesagt: Es stinkt nicht sonderlich. So weit also die Einschätzung der BVG. Eine Anfrage der Berliner Morgenpost, wie die BVG die Situation überprüft hat, ließ das Unternehmen zunächst unbeantwortet.

Für Naumann ist die Antwort jedenfalls nicht zufriedenstellend. „Ich habe sicher keine empfindliche Nase“, sagt er auf Anfrage der Morgenpost. „Aber teilweise weht einem schon der Geruch von Küche entgegen, wenn man noch gar nicht im Bahnhof ist.“ Wenn Kontrolleure der BVG vor Ort gewesen sein sollten, hätten sie eine „deutliche Geruchsbelästigung“ feststellen müssen. Die Antwort der BVG sei daher „angesichts der Realität absurd“.
Apropos Realität: Wie schlimm ist es denn nun wirklich? Die Berliner Morgenpost konnte beim Riechtest am Donnerstagmittag zunächst keinen Imbiss-Geruch im U-Bahnhof feststellen. Zumindest keinen unzumutbaren. Einige Fahrgäste konnten aber von unterschiedlichen Erfahrungen berichten.
Fahrgäste bemängeln Gerüche – BVG will erneut kontrollieren
Tatsächlich sei ihr hier immer mal wieder ein „unangenehmer Geruch“ aufgefallen, erklärt eine Frau. Ein anderer Fahrgast rümpft die Nase. „Da kenne ich hier aber unangenehmere Gerüche“, sagt er. Oben vor dem Bahnhof empfinde er die Situation als schlimmer.
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Die BVG erklärte in der Antwort des Senats, die Hinweise von Fahrgästen ernst zu nehmen. In den kommenden Wochen sei erneut eine Kontrolle vorgesehen. Die Lüftungs- und Abluftanlagen würden jedenfalls dem Stand der Technik entsprechen. Ob sich die Situation verbessert, bleibt also fraglich.
Reinhard Naumann nimmt es gelassen. „Es gibt wichtigere Probleme im ÖPNV“, sagt er. „Aber zum Abschluss meiner Tätigkeit wollte ich dem nochmal nachgehen.“ Er hatte sich dazu entschieden, bei der vergangenen Wahl zum Abgeordnetenhaus nicht erneut anzutreten.





