Etwas älter als einen Monat ist das neue Hippo-Baby im Zoo erst alt. Es hat noch keinen Namen, macht jetzt aber schon seine ersten tapsigen Versuche, der Mama unter Wasser zu folgen. Beim Pressetermin am Donnerstag hat das Jungtier offenbar anfänglich Mühe, der schnellen Mama zu folgen, einmal stolpert es sogar. „Flusspferde können nicht im klassischen Sinne schwimmen“, erläutert Zoo-Direktor Andreas Knieriem. „Sie sind fast unsportlich, vor allem an Land.“

Flusspferd Nala und ihr Hippo-Sohn.
Flusspferd Nala und ihr kleiner Hippo-Sohn schweben gemeinsam durchs Becken.© BM | Iris May

Nach ein Paar Runden unter Wasser sieht es allerdings fast so aus, als würden Hippo-Mama Nala und ihr Hippo-Sohn durchs Wasser schweben. Andreas Knieriem erklärt: „Was man bei Flusspferden beobachten kann, ist eher ein graziles Laufen als Schwimmen. Sie stoßen sich einfach nur ab und erzeugen dadurch einen gewissen Abtrieb.“ Unter Wasser seien sie nicht nur vor dem Sonnenlicht geschützt, ihr hohes Gewicht sei auch kaum spürbar. „Deshalb sind sie so gern unter Wasser. Sie sparen dadurch Kalorien.“

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Immer ganz dicht dran an Mama Nala: Das Jungtier im Hippo Bay vom Zoo Berlin.
Immer ganz dicht dran an Mama Nala: Das Jungtier im Hippo Bay vom Zoo Berlin.© AFP | Tobias Schwarz

Flusspferd-Baby im Zoo Berlin: Am besten morgens kommen

Das süße Jungtier mit den Nilpferd-Kulleraugen ist ab jetzt täglich in der Lagune vom Zoo Berlin zu sehen. Dort schwimmen und schlafen die Nilpferde tagsüber. Eine Tierpflegerin verrät: „Das Jungtier war am Anfang etwas schmal. Aber es hat, Gott sei Dank, gut zugenommen, ab 40 Kilo darf es ins Wasser, und es wiegt sogar schon fast 45 Kilo.“ Ein Insider-Tipp für Hippo-Fans von der Tierpflegerin: „Am besten sieht man die Nilpferde, wenn man möglichst früh kommt, da ist das Wasser am klarsten. Die Flusspferde sind ansonsten täglich zwischen 9 und 16 Uhr zu sehen.“

Nala und ihr Baby
Nala und ihr Baby© BM | Zoo Berlin

In der Nilpferd-Lagune tummeln sich außer den Hippos auch einige Fische, sowie Tafel- und Reiherenten.. Die Nilpferde lässt dies jedoch kalt. Denn sie sind strikte Veganer. Pro Tag vertilgen erwachsene Flusspferde rund 50 Kilo Gräser, Knollen und Schilf. Eine Tierpflegerin merkt an: „Die größten Lebewesen im Tierreich ernähren sich überraschenderweise vegan, neben den Flusspferden sind auch Elefanten Vegetarier.“

Das ist der Nilpferd-Harem im Zoo

Ingesamt gibt es sechs Flusspferde im Zoo Berlin. Nilpferde leben in sozialen Gruppen, die oft von einem Männchen dominiert werden. So ist es auch im Zoo Berlin: Bouli heißt das 13 Jahre alte Männchen, das mit der 14-jährigen Nala jetzt für Nachwuchs gesorgt hat. Bouli kam 2024 als imposanter Neuzugang erst im Dezember 2024 in den Zoo. Er wiegt über vier Tonnen. Im Harem leben noch zwei weitere Weibchen, eine 24 Jahre alte Nicole und die Flusspferd-Seniorin Kathi. Mit 50 Jahren hat sie für Nilpferd-Verhältnisse ein fast biblisches Alter erreicht.

Nilpferde: Seit 1874 im Zoo Berlin

Flusspferde haben eine lange Geschichte in Deutschlands ältestem Zoo: Bereits seit 1874 sind Flusspferde im Zoo Berlin zu Hause. Das aktuelle Haus, die „Hippo Bay“ mit ihren idyllischen Palmen wurde 1997 fertiggestellt. Die rund 8 cm dicken Panoramaglasscheiben ermöglichen Zoogästen fast hautnahe Einblicke in das faszinierende Wasserballett der Schwergewichte. Innerhalb von 24 Stunden werden hier rund fünf Millionen Liter Wasser gereinigt.

Palmen und ein goßer Felsen zum Ausruhen in der Sonne: Die großzügige Hippo Bay im Zoo Berlin gibt es seit 1997.
Palmen und ein goßer Felsen zum Ausruhen in der Sonne: Die großzügige Hippo Bay im Zoo Berlin gibt es seit 1997.© AFP | Tobias Schwarz

Das gut 1.000 Quadratmeter umfassende Glasdach besteht aus mehr als 800 Einzelscheiben und war bei der Eröffnung die größte freitragende Doppelkuppel Europas. Berühmt wurde im Zoo Berlin unter anderem der Hippo-Bulle Knautschke, der die Schrecken des Zweiten Weltkriegs überlebte und zum Symbol für die lange und engagierte Flusspferdhaltung in der Hauptstadt wurde.