Der Abriss der Ringbahnbrücke steht unmittelbar bevor. Die Bagger sollen noch in dieser Woche mit dem Rückbau beginnen – wie Staatssekretärin Britta Behrendt im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses sagte, war zunächst ein Start am Donnerstag geplant. Die Autobahn GmbH teilte allerdings später am Nachmittag mit, dass die Rückbauarbeiten der Ringbahnbrücke erst am Freitag beginnen werden. „Derzeit laufen noch Vorbereitungsarbeiten“, sagte der Sprecher der Autobahn GmbH, Ralph Brodel.
Im Livestream ist am Mittwoch zu sehen, wie die Gleise mit braunen Platten abgedeckt sind. Zusätzlich werden sie mit Planen, Holzbohlen und Stahlträgern geschützt. Auf diese Basis schaufeln Bagger anschließend das sogenannte Fallbett mit einem Kies-Sandgemisch.
Auf diesen Untergrund könnten dann auch größere Brückenteile gefahrlos stürzen, ohne die Gleise der Ringbahn zu beschädigen. Die Arbeiten sind bisher noch nicht abgeschlossen. Der Kies steht aufgehäuft unter der Brücke bereit. Der Abriss verläuft anschließend nach einem sogenannten Abrissplan. Obwohl Autobahn-Sprecher Brodel lieber von einem „kontrollierten Rückbau“ sprechen will. „Wir können die Brücke ja nicht einfach planlos mit der Abrissbirne einreißen. Das wäre fatal“, sagt er.
Abriss der Ringbahnbrücke: Wann die Kleingärtner unter der Brücke zurückdürfen
Die Gefahr, dass die Brücke unkontrolliert zusammenstürzt, wäre zu groß. Deshalb berechnen Statiker, welche Felder der Brücke zuerst zurückgebaut werden. Dieser Abrissplan soll ebenfalls mit dem Beginn des Rückbaus der Brücke vorgestellt werden.
Dann soll es ganz schnell gehen. Bis zum 25. April sollen die Abbrucharbeiten schließlich abgeschlossen sein. Die Ringbahn soll voraussichtlich ab 28. April wieder fahren. Auch das Betretungsverbot für zehn bis 15 Parzellen der Kleingartenkolonie „Bahn-Landwirtschaft Bezirk Berlin e. V. Unterbezirk Charlottenburg“, die unmittelbar an der Brücke liegen, soll dann zeitnah aufgehoben werden. Dies sei möglich, sobald „keine Gefährdungslage“ mehr vorliegt, also voraussichtlich mit dem Abschluss des Rückbaus.
Abriss der Ringbahnbrücke: Wieso der Schutt der Brücke ein zweites Leben bekommt
Der Schutt, der beim Rückbau der Brücke anfällt, werde anschließend zu Partnerbetrieben gebracht, mit denen die Autobahn GmbH zusammenarbeitet. Dort werden die verschiedenen Bestandteile des Schutts sortiert. Also Beton zu Beton, Stahl zu Stahl oder Plastik zu Plastik und so weiter. Die anfallenden Rohstoffe können für zahlreiche Projekte der Autobahn GmbH wiederverwendet werden. So kommt der zerkleinerte Beton unter anderem als Frostschicht auf Straßen wieder zum Einsatz.
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Ein zweites Leben als Beton in einer Autobahnbrücke ist allerdings ausgeschlossen. Dafür müssen höherwertige Baustoffe verwendet werden. Im Livestream ist zu sehen, wie die Arbeiter rund um die Uhr unter der Brücke im Einsatz sind. Wie viele Arbeiter am Rückbau der Brücke arbeiten, sei derzeit nicht bekannt. Auch die Zahlen zu der voraussichtlich anfallende Menge Schutt und dazu, wie viele Laster eingesetzt werden, sollen nachgereicht werden. Eine weitere Pressekonferenz sei geplant.
Zum Hintergrund: Die Autobahn GmbH hatte die Ringbahnbrücke am Dreieck Funkturm wegen eines Risses im Tragwerk Mitte März für den Autoverkehr komplett gesperrt. Der Verkehr Richtung Norden wird einspurig über die Gegenfahrbahn geführt, in Richtung Süden stehen zwei statt früher drei Fahrspuren zur Verfügung. Am 19. März wurde auch die darunter liegende S-Bahnstrecke zwischen den Stationen Halensee und Westend gesperrt, weil ein Einsturz nicht ausgeschlossen werden konnte.
Christian Haegele aus der Senatsverkehrsverwaltung kündigte im Verkehrsausschuss zudem an, dass es in der naheliegenden Soorstraße noch Anpassungen geben soll, um die Verkehrssituation zu verbessern. Grundsätzlich sei es aber nicht mehr der Fall, dass Wohngebiete mit ausweichenden Autos „überflutet“ werden. „Die Umleitungsstrecke ist hinreichend leistungsfähig“, sagte er. Herausfordernd sei allerdings die Frage, inwiefern die Infrastruktur hält. „Es geht um Straßen, Tunnel und Leitungen, die jetzt viel, viel stärker belastet werden, als es sonst der Fall ist“, so Haegele. Es könne deshalb sein, dass Instandhaltungsarbeiten trotz der Umleitung des Verkehrs stattfinden müssen.



