Mehr Feuchtgebiet als Wohnheim – die Wohnsituation in einer Unterkunft des Studierendenwerks an der Düsseldorfer Straße in Wilmersdorf war derart schlecht, dass das gesamte Gebäude nun geschlossen und generalsaniert werden soll. Zuvor hatten sich Bewohnerinnen und Bewohner über teils ekelerregende Zustände beklagt.

In Bädern des Wohnheimes befinde sich Schimmel, Duschen seien teilweise monatelang nicht geputzt worden. Im Keller seien wegen der vorhandenen Pfützen Frösche herumgehüpft. Aus den Waschbecken sei Fäkalienwasser emporgestiegen. Große Teile der gemeinschaftlich genutzten Räume würden selten gereinigt, heißt es in einer Mitteilung des Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Freien Universität Berlin. Die studentische Selbstverwaltung des Wohnheims habe mehrmals erfolglos versucht, die Situation mit der Hausverwaltung zu besprechen und verschiedene Begehungen angeregt. 

Ekel-Zustände: Lieber woanders auf die Toilette gehen

Weil sich die Situation nicht verbesserte, entschieden die Studierenden, das Gesundheitsamt einzuschalten. Nach einer Besichtigung unterstützte dieses die Einschätzung, dass die hygienische Situation im Wohnheim nicht tragbar sei. „Ich vermeide manchmal schon die Duschen bei uns im Wohnheim, und versuche außerhalb aufs Klo zu gehen“, sagt etwa die FU-Studentin Christina Ly.

Wie der Tagespiegel berichtet, habe das Studierendenwerk nun eine umfassende Sanierung des Hauses angekündigt. Bis zum Dezember dieses Jahres müssten alle Bewohner ausziehen. Das Studierendenwerk will alternativ Plätze in anderen Wohnheimen anbieten. Es gebe jedoch keine Garantie, dass jeder Betroffene einen Platz in einem Wohnheim seiner Wahl bekomme.

 „Die schlechte Situation vieler Wohnheime liegt auch an der mangelnden Finanzierung des Studierendenwerks durch den Senat, klagt AStA-Vertreter Thomas Schmidt. „Durch die aktuellen extremen Kürzungen von einem Drittel der Gelder für das Werk wird sich diese Lage voraussichtlich in Zukunft zuspitzen.“

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