Viele Charlottenburg verbinden mit „Heidi’s Spielzeugladen“ Kindheitserinnerungen. So verwundert es nicht, dass sie Inhaberin Heidi Mallmann während des Lockdowns unterstützten. Seit mehr als vier Jahrzehnten führt Mallmann das Geschäft. Viele Generationen haben hier ihre ersten Puppen, Bauklötze, und Stofftiere gekauft. „Die Solidarität meiner Kunden ist einfach überwältigend“, sagt Mallmann. Immer wieder habe sie Spenden oder auch selbst gebackene Kuchen bekommen.

Nach der Wiedereröffnung im Frühjahr erlebte sie einen regelrechten Ansturm. Einige Eltern kauften gleich im Wert von mehreren Hundert Euro Spielzeug für ihre Kinder. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie die Sachen gar nicht brauchen, aber uns helfen wollen“, sagt Mallmann. Es gab einige bewegende Treffen mit ihren Stammkunden. Sie erinnert sich noch an den Besuch einer älteren Frau, deren Enkelin mit 13 Jahren eigentlich zu alt für viele Spielsachen sei. „Dann hat sie aber doch drei CDs über die Nibelungensage gekauft – das ist ja für Teenager auch noch spannend“, erzählt Mallmann.

„Heidi’s Spielzeugladen“ ist seit 1975 eine Charlottenburger Institution

Käufe wie diese haben dafür gesorgt, dass der Umsatz inzwischen nicht nur das Vorkrisenniveau erreicht hat, sondern sogar noch weiter gestiegen ist. Entlassen musste Mallmann somit keine ihrer fünf Mitarbeiterinnen. „Ich habe auch das Gefühl, dass die Kunden in besserer Stimmung sind, weil die Sonne scheint und sie ihren Urlaub genießen“, sagt sie. Einige haben wohl Angst vor einer vierten Welle und der erneuten Schließung im Herbst, weshalb sie auf Vorrat kaufen, vermutet Mallmann.

Wer „Heidi’s Spielzeugladen“ betritt, weiß sofort, warum viele Charlottenburger immer wieder hierherkommen: Mallmann hat die Verkaufsräume gemeinsam mit ihrem Mann saniert und aufwendig gestaltet. Das Geld hatte sich das Paar 1975 von Mallmanns Eltern geliehen. Das Inventar hat es selbst gebaut. Aus Holz zimmerten sie Regale und den Kassenbereich. „Jeden Tag kommen Leute mit einem fröhlichen Winken herein und sagen: ‚Es ist so schön, dass ihr noch da seid‘“, sagt Mallmann.