Charlottenburg

Radweg Kantstraße: Umwelthilfe sieht "grandiosen Erfolg"

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Der Pop-up-Radweg an der Kantstraße (Archivbild).

Der Pop-up-Radweg an der Kantstraße (Archivbild).

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Laut Umwelthilfe ist der Kfz-Verkehr zurückgegangen, der Radverkehr habe sich verdreifacht. Auch die Luftqualität sei gestiegen.

Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht im Pop-up-Radweg an der Kantstraße und an der Neuen Kantstraße in Charlottenburg einen "grandiosen Erfolg für die Verkehrswende". Wie die DUH am Montag mitteilte, würden offizielle Verkehrsmessung einen Rückgang des Kfz-Verkehrs um 22 Prozent zeigen.

Vor Einrichtung des Pop-up-Radwegs Ende April 2020 seien demnach täglich knapp 21.000 Fahrzeuge pro Tag auf der Kantstraße gefahren, nach Einrichtung seien es nur noch knapp 16.400 pro Tag gewesen.

Im gleichen Zeitraum habe sich die Menge des Radverkehrs mehr als verdreifacht - von durchschnittlich 1500 auf mehr als 5100 Fahrräder pro Tag. Dies würden Berechnungen auf Grundlage von Daten der Mobilitätsplattform Strava Metro ergeben. Selbst im Winter 2020/2021 habe die Radverkehrsmenge oberhalb des Niveaus gelegen, das im Sommer 2019 erreicht wurde.

Kantstraße in Charlottenburg: Luftqualität verbessert

Auch die Luftqualität an der Kantstraße habe sich verbessert: Vor Einführung des Pop-up-Radwegs habe die Stickstoffdioxid-Belastung (NO2) an verschiedenen Stellen der Kantstraße zwischen 33 und 35 µg/m³ gelegen. Messungen der DUH würden nun belegen, dass die NO2-Belastung nach Einführung des Pop-up-Radwegs im Jahresmittel nur noch zwischen 21 und 25 µg/m³ liege.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, teilte dazu mit: „Unsere Städte ersticken im Autoverkehr. Berlin zeigt am Beispiel des Pop-up-Radwegs in der Kantstraße, wie einfach und schnell sich der Radverkehr fördern lässt und sich dadurch die Luftqualität erheblich verbessert. Wir brauchen kurzfristig eine Verdopplung der Radwege und die Zahl der Autos in unseren Städten muss sich halbieren. Mit kostengünstigen und schnell umsetzbaren Maßnahmen wie Pop-up-Radwegen kommen wir diesem Ziel näher.“

Für ihre Untersuchung hat die DUH vier Messstationen zwischen November 2020 und Oktober 2021 in verschiedenen Abschnitten der Kantstraße mittels sogenannter Passivsammler eingerichtet.

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf plant, im kommenden Jahr neue Ladezonen für Lieferdienste entlang der Kantstraße zu schaffen und dann auch aus dem dortigen Pop-up-Radweg einen festen Radstreifen zu machen.

( BM )