Fußverkehr

Grolmanstraße soll am Savignyplatz autofrei werden

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Die Grolmanstraße soll vom Savignyplatz in Richtung Pestalozzistraße zur Fußgängerzone werden.

Die Grolmanstraße soll vom Savignyplatz in Richtung Pestalozzistraße zur Fußgängerzone werden.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Verkehrsverwaltung benennt erste Modellprojekte für den Fußverkehr. Darunter die Grolmanstraße, die zur Fußgängerzone werden soll.

Berlin. In Charlottenburg-Wilmersdorf entsteht eine neue Fußgängerzone: Ein Abschnitt der Grolmanstraße soll dauerhaft für den motorisierten Individualverkehr (MIV) gesperrt werden, wie die Senatsverkehrsverwaltung am Donnerstagnachmittag mitgeteilt hat. Dabei handelt es sich einer Sprecherin der Verkehrsverwaltung zufolge um einen circa 125 Meter langen Teil der Straße, vom Savignyplatz in Richtung Pestalozzistraße. Hintergrund ist demnach die hohe Dichte an Gastronomie, die in dem Teil der Straße besteht.

Die Umwandlung der Grolmanstraße in eine „autofreie Ausgehmeile“, wie es auf der Projektseite der Senatsverkehrsverwaltung heißt, ist eines der Modellprojekte für den Fußverkehr, die im Zuge der Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes stattfinden sollen. Wie die Verkehrsverwaltung weiter informiert, soll entlang des Straßenabschnitts der Grolmanstraße ein „attraktiver Raum“ für Anwohner und Gäste entstehen. Vorgesehen sind demnach breitere Bürgersteige, die mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger schaffen, wie auch für weitere Tische der Restaurants und Cafés. Bislang wird entlang der Straße beidseitig geparkt.

Charlottenburg-Wilmersdorfs Verkehrsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) hatte die Grolmanstraße, wie auch einen Abschnitt der Schillerstraße sowie eine Verlängerung der Fußgängerzone an der Wilmersdorfer Straße, der Senatsverkehrsverwaltung vor einigen Wochen als Modellprojekt für den Fußverkehr vorgeschlagen. Ausgewählt wurde nun die Grolmanstraße. Insgesamt sind zwölf solcher Modellprojekte, bei denen die Bedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger verbessert werden sollen, geplant, eines pro Bezirk.

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Mitte bekommt an Potsdamer Straße einen Kiezblock

Im Zentrum stehen die Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit. „Nahezu jede und jeder ist immer auch zu Fuß unterwegs“, erklärte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) in einer Mitteilung. „Wir werden daher mehr Platz, mehr Schutz, mehr Grün und mehr Möglichkeiten zu verweilen schaffen – überall in der Stadt.“ Für sämtliche Vorhaben sind Ausgaben von insgesamt gut 24 Millionen Euro im Landeshaushalt vorgesehen, heißt es.

Außer der Umwandlung der Grolmanstraße zur Fußgängerzone wurden der Verkehrsverwaltung zufolge in Abstimmung mit den Bezirken bislang neun weitere Projekte festgelegt. So soll in Mitte östlich der Potsdamer Straße ein Kiezblock entstehen, das Wohngebiet also so umgestaltet werden, dass es keinen Durchgangsverkehr mehr gibt. Begrenzt wird das Areal durch Bülowstraße, Potsdamer Straße, Landwehrkanal und Gleisdreieckpark. In Pankow ist geplant, die Hagenauer Straße im Kollwitzkiez zu einer „Klimastraße“ zu machen. Weil es dort bislang keine Bäume gebe, soll für mehr Grün gesorgt werden, Parkplätze werden wegfallen. In einem ersten Schritt ist angedacht, „Bloomlets“ – Bäume in Gefäßen mit integrierter Sitzgelegenheit und Wasserspeicherung – auf Parkflächen aufzustellen.

20 Kilometer neue Gehwege für Marzahn-Hellersdorf

In Steglitz-Zehlendorf wird die Umgestaltung des Hermann-Ehlers-Platzes zum Modellprojekt, in Tempelhof-Schöneberg will man sich den Barbarossaplatz vornehmen und in Treptow-Köpenick die Bölschestraße fußgängerfreundlicher machen. Auf der Elbestraße in Neukölln sollen den Angaben zufolge Fußgänger und Radfahrende künftig Vorrang haben und mehr Platz bekommen – bislang werde die Straße durch parkende Autos dominiert, heißt es. In Friedrichshain-Kreuzberg wird die Umwandlung der Bergmannstraße und des umliegenden Kiezes zum Modellprojekt – wie bekannt, läuft dort die Umgestaltung bereits.

Für Marzahn-Hellersdorf wird kein einzelner Ort genannt, der sich wandeln soll. Stattdessen ist ein Programm geplant, bei dem 20 Kilometer neue Gehwege entlang von Straßen errichtet werden sollen. In dem Bezirk herrsche bislang noch Nachholbedarf, heißt es. Im Fokus stehen die Bereiche Biesenhorst und Mahlsdorf. Auch für Lichtenberg wird noch kein konkreter Ort genannt, geplant ist dort aber, mehrere Kreuzungen sowie Gehwege barrierefrei und sicherer auszubauen.

Für Spandau und Reinickendorf werden bislang keine Projekte genannt. Das Mobilitätsgesetz sieht vor, dass die Modellprojekte innerhalb von drei Jahren umgesetzt oder zumindest fertig geplant werden sollen.