Übernahme

Ehemaliges Berliner Sofitel am Kudamm wird Dorint-Hotel

Der neue Betreiber übernimmt einen Großteil der Mitarbeiter. Das Haus verliert allerdings einen Stern.

Der neue Betreiber macht aus dem Fünf-Sterne-Haus Sofitel ein Vier-Sterne-Superior-Hotel der Dorint-Gruppe. 19 von 136 Mitarbeitern verlieren ihren Job.

Der neue Betreiber macht aus dem Fünf-Sterne-Haus Sofitel ein Vier-Sterne-Superior-Hotel der Dorint-Gruppe. 19 von 136 Mitarbeitern verlieren ihren Job.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin. Das ehemalige Fünf-Sterne-Hotel Sofitel am Berliner Kurfürstendamm hat einen neuen Pächter gefunden: Die Hotelgruppe Dorint übernimmt nach eigenen Angaben das Haus. Der Pachtvertrag für das neue Dorint Kurfürstendamm Berlin sei in dieser Woche unterschrieben worden, teilte der neue Betreiber mit. Wegen der schlechten Buchungslage durch die Corona-Krise hatte die Betreibergesellschaft HAB-Betriebs GmbH des Sofitel-Hotels bereits im Juni die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. 136 Mitarbeiter bangten daraufhin um ihre Arbeitsplätze.

Die Dorint-Gruppe wird nun einen Großteil der Belegschaft übernehmen. 19 Mitarbeiter sollen nach Angaben des Insolvenzverwalters Christian Graf Brockdorff aber ihren Arbeitsplatz verlieren. Die betroffenen Beschäftigten erhalten das Angebot, zunächst für sechs Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln, sagte Brockdorff am Donnerstag der Berliner Morgenpost.

Hotel gibt einen Stern ab

Hintergrund für den Personalabbau ist ein Wechsel bei der Klassifizierung des Hotels: Aus dem früheren Fünf-Sterne-Haus werde die Dorint-Gruppe nach eigenen Angaben ein Vier-Sterne-Superior-Hotel machen. Einige Dienstleistungen würden deshalb wegfallen oder zum Teil zentral über die Dorint-Verwaltung erledigt, erklärte der Insolvenzverwalter.

Dorint habe sich im Bieterverfahren um das Haus nach eigenen Angaben gegen mehrere internationale Interessenten durchgesetzt und nun mit dem Eigentümer der Immobilie einen langfristigen Pachtvertrag abgeschlossen, der „die Phase der Pandemie angemessen berücksichtigt“. Neuer Direktor des Hotels wird Carsten Colmorgen, der das Haus bereits bis 2018 geführt hatte. Künftig soll das Haus über 311 Zimmer (mit 44 Suiten) und 2100 Quadratmeter Konferenzfläche verfügen. Auch das im Erdgeschoss befindliche französische Restaurant bleibt weiter bestehen. Um das Hotel in die Zukunft zu führen, plant die Dorint-Gruppe nach Informationen der Morgenpost Investitionen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Dehoga befürchtet weitere Hotel-Insolvenzen

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Berlin äußerte sich auf Anfrage erfreut über den neuen Eigentümer. „Das ist in diesen schweren Zeiten eine gute Nachricht für die Stadt“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder. Gleichzeitig verwies er auf die insgesamt prekäre Lage der Berliner Hotelwirtschaft. Derzeit liege die Auslastung vieler Häuser nur bei zehn Prozent. „Es rollt eine Insolvenzwelle auf uns zu“, so Lengfelder.