Charlottenburg-Wilmersdorf

Siemensbahn: Auch Geh- und Radwege sollen gebaut werden

Wenn die Siemensbahn reaktiviert wird, sollen laut BVV Charlottenburg-Wilmersdorf neue Geh- und Radwege entstehen.

Um die Siemensbahn wiederzubeleben, sind umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten notwendig.

Um die Siemensbahn wiederzubeleben, sind umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten notwendig.

Foto: Thomas Schubert

Wenn die Siemensbahn reaktiviert wird, sollen neben den Gleisen neue Wege für Fußgänger und Radfahrer errichtet werden. Einem entsprechenden Antrag der Grünen stimmten alle Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf in ihrer jüngsten Sitzung zu.

Um die Siemensbahn wiederzubeleben, sind umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten notwendig. Dabei soll unter anderem die Spreebrücke, die von der Siemensstadt nach Westend führt, neu gebaut werden. Auf dieser Brücke sollen dann dem Beschluss zufolge Rad- und Gehwege entstehen. „Diese Brücke schafft für viele Menschen beiderseits der Spree eine umweltverträgliche Verkehrsanbindung zu Fuß, per Fahrrad und S-Bahn zwischen Spandau und Charlottenburg“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Alexander Kaas Elias.

Spandauer BVV beschloss fast wortgleichen Antrag zur Siemensbahn

Einen fast wortgleichen Antrag der Spandauer CDU-Fraktion zu Fuß- und Radwegen neben der Siemensbahn hatte die dortige BVV bereits Ende 2019 beschlossen. „Wir können einen weiteren Brückenschlag in unseren Nachbarbezirk Charlottenburg gut gebrauchen“, sagte dazu die verkehrspolitische Sprecherin der CDU, Beate Christ. „Eine ‚Stadt der kurzen Wege‘ bedeutet am Ende für alle mehr Lebensqualität.“

Bevor mit dem Bau der Siemensbahntrassen begonnen werden kann, müssen zunächst die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie abgewartet werden, die die Deutsche Bahn Anfang 2020 in Auftrag gegeben hatte. In der Studie, so hieß es in der Ausschreibung der Deutschen Bahn, sollen mehrere mögliche Trassenverläufe für eine zweigleisige S-Bahn-Strecke entwickelt werden. Als Haltepunkte sind demnach Gartenfeld, Wasserstadt Oberhavel und Hakenfelde vorgesehen.

Ergebnisse der Machbarkeitsstudie liegen voraussichtlich Ende 2020 vor

Für die Haltestelle Gartenfeld ist es laut Ausschreibung möglich, den ehemaligen Bahnhof Gartenfeld zu nutzen oder einen Standort auf der Insel Gartenfeld zu wählen, wo das Quartier „Das Neue Gartenfeld“ entstehen soll. Die Bahn könnte aber ebenso sowohl vor als auch auf der Insel halten.

Die entscheidende Frage wird sein, ob die Siemensbahn ober- oder unterirdisch weitergeführt wird. In der Studie sollen sowohl eine Tunnellösung als auch die Option einer Hochbahn mit Brücke über die Havel betrachtet werden. Die Deutsche Bahn schätzt, dass letztere Variante etwa ein Drittel günstiger sein könnte, dafür stelle sich jedoch die Herausforderung der bestehenden und geplanten Gebäude. „Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie liegen voraussichtlich Ende 2020 vor“, sagt Elke Krokowski, Sprecherin vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).

Geplant ist, dass die Siemensbahn auf der bestehenden Strecke bis spätestens zum Jahr 2030, wenn die Arbeiten am Siemens-Innovationscampus abgeschlossen werden sollen, wieder fährt. Vorgesehen ist ein Zehn-Minuten-Takt, das Tempo soll auf der alten Strecke bei maximal 60 Kilometern pro Stunde liegen.