Oldimer-Show

Berliner "Classic Days" wegen antisemitischer Demo abgesagt

Im Mai sollten auf dem Kurfürstendamm wieder die "Classic Days" stattfinden. Der Veranstalter sagte ab - wegen der Al-Quds-Demo.

Oldtimer bei den "Classic Days" auf dem Kurfürstendamm (Archivbild)

Oldtimer bei den "Classic Days" auf dem Kurfürstendamm (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Detlef Zmeck / picture alliance / E54

Berlin. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Absage der "Classic Days" wegen der antisemitischen Al-Quds-Demo bedauert. Am Dienstag sagte er im Rahmen der Senats-PK, es sei Anliegen von Senat und Bezirk gewesen, die Oldtimer-Show stattfinden zu lassen. Die "Classic Days", die am 16. und 17. Mai stattfinden sollten, seien im September 2019 angemeldet worden, die Al-Quds-Demo aber bereits im Juni.

Geisel dementierte dabei auch Berichte, er habe die Al-Quds-Demo der Israelhasser genehmigt. Wie er auch auf Twitter mitteilte, müssten Demonstrationen nicht genehmigt werden. Das stehe so in Artikel 8 des Grundgesetzes (Versammlungsfreiheit). Einzige Ausnahme sei es, wenn diese die öffentliche Sicherheit gefährden würden. Im Fall der Al-Quds-Demo würde das gerade geprüft. Eine Entscheidung stehe noch aus. Geisel: "Ich bedauere den Rückzug der 'Classic Days' ausdrücklich. Wir wollten die Veranstaltung in unserer Stadt haben."

"Classic Days" abgesagt: Verlegung der Route offenbar nicht möglich

Veranstalter Frank Peppel hatte die Veranstaltung vor wenigen Tagen abgesagt. Wie er der "BZ" sagte, habe er die Großveranstaltung sogar bereits im Mai angmeldet. Seit sieben Jahren fand sie auf dem Kurfürstendamm statt, 26.000 Oldtimerbesitzer hatte Peppel diesmal dazu bereits eingeladen. Zuvor hatte auch der "Tagesspiegel" berichtet.

Nun sei jedoch für den 16. Mai die Al-Quds-Demonstration angemeldet worden. Peppel sagte seine Show daraufhin ab, eine Änderung der Route war offenbar nicht möglich. Am Al-Quds-Tag ruft der Iran zur Eroberung Jerusalems auf. In Berlin gehen Muslime seit 1996 gegen Israel und für das Existenzrecht Palästinas auf die Straße. Immer wieder kommt es dabei zu antisemitischen und strafrechtlich relevanten Äußerungen.

Oldtimer-Show "Classic Days" am Kudamm kann nicht verschoben werden

Preppel sagte laut Zeitung weiter, er habe am 7. Januar von der Verkehrslenkung einen Anruf bekommen, dass sich auch eine Demo angemeldet hätte. Die Verkehrslenkung sei erst kurzfristig vom LKA informiert werden. Preppel hatte sich nach eigener Aussage mit dem Veranstalter der Al-Quds-Demo getroffen. Der habe sich in Sachen Route aber nicht umstimmen lassen, sondern habe unbedingt über die "Classic Days" laufen wollen.

Verschieben könne er die Veranstaltung ebenfalls nicht, wegen der "Global Players" wie Lamborghini, Volvo oder Audi. Martin Pallgen, Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD), sagte der Zeitung, man sei in Gesprächen mit dem Veranstalter gewesen und hätte sicher eine Lösung gefunden. Pallgen: "Leider zog sich der Veranstalter der ‚Classic Days‘ ohne Nennung von Gründen zurück."