Verkehrsbehinderung

Schloßbrücke Charlottenburg bleibt noch länger gesperrt

Sperrung wegen Sanierung bis 22. Oktober 2019 verlängert. Auch Linienbusse werden weiter umgeleitet. Benachbarte Caprivi-Brücke ist verengt.

Noch länger kein Durchkommen: Schloßbrücke Charlottenburg bleibt weiter gesperrt.

Noch länger kein Durchkommen: Schloßbrücke Charlottenburg bleibt weiter gesperrt.

Foto: Jörg Krauthöfer

Charlottenburg. Die Schloßbrücke in Charlottenburg bleibt weiter gesperrt. Während die Senatsverkehrsverwaltung noch von einem Ende der Sanierungsarbeiten Mitte Oktober spricht, teilen die Berliner Verkehrsbetriebe mit, dass der Bus 109 noch bis 22. Oktober umgeleitet wird.

In der Tat soll die Schloßbrücke nach aktueller Planung am 21. bzw. 22.10. wieder für den Verkehr freigegeben werden“, sagt Sprecher Jan Thomsen, der Sprecher der Verkehrsverwaltung. Da es aber eine Wetterabhängigkeit gebe, drei Tage ohne Niederschläge müssten sein, sei der Zeitpunkt nicht exakt zu fixieren. „Die Gesamtarbeiten sind damit noch nicht abgeschlossen. Es wird daher der Geh- und Radweg auf der östlichen Brückenseite gesperrt, während der westliche freigegeben werden kann“, so Thomsen weiter. Die Arbeiten sollten bis Ende dieses Jahres insgesamt abgeschlossen sein.

Seit Juli 2019 laufen Instandhaltungsarbeiten an der 1929 erstmals eröffneten Schloßbrücke in Charlottenburg. Nur für knapp zwei Monate sollte die wichtige Spree-Überführung, über die auch ein Großteil des Autoverkehrs zum Flughafen Tegel rollt, nicht befahrbar sein, so die Prognosen der Senatsverkehrsverwaltung zu Baubeginn.

Korrosionsschäden an der Schloßbrücke

Im Zuge der Sanierungsarbeiten sind nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung allerdings erhebliche Korrosionsschäden an der komplexen Lagerkonstruktion vorgefunden worden. Die bis zu drei Tonnen schweren Lagerplatten hätten daher im Werk überarbeitet werden müssen. Mittlerweile sei der vollständige Rückbau des Fahrbahnaufbaus, der Brückenabdichtung, der Übergangskonstruktionen und der alten Lager abgeschlossen.

Diese zeitintensiven Arbeiten führten aber, so die Verkehrsverwaltung, zu einer Verlängerung der vorgesehenen Bauzeit – und damit auch der Sperrung und der Verkehrseinschränkungen. Die Verkehrsfreigabe für den motorisierten Verkehr verschiebe sich bis Mitte Oktober 2019. Fußgänger und Radfahrer könnten die Brücke dagegen weiterhin passieren. Die bislang eingerichtete Umleitungsstrecke für den Autoverkehr sowie die zwei Ersatzbushaltestellen werde beibehalten.

Verkehrschaos wegen zweiter Baustelle auf der Caprivi-Brücke

Fortgesetzt werden wegen der Sperrung auch die Straßenbaumaßnahmen des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf am Luisenplatz. Sie können deshalb voraussichtlich statt im zweiten Quartal 2020 bereits Ende 2019 abgeschlossen werden.

Verstärkt wird das Verkehrschaos indes durch die derzeitige Verengung auf der benachbarten Caprivi-Brücke mit nur zwei Fahrspuren. Über diese Brücke führt nämlich auch die offizielle Umleitungsstrecke für die Schloßbrücke. Als Grund für diesen Koordinationsmangel gibt Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) an: „Bei den Arbeiten an der Caprivi-Brücke handelt es sich um eine Baumaßnahme von Vattenfall, die von der Verkehrslenkung Berlin angeordnet wurde.“

Letztlich komme es zu diesem Konflik, weil sich die Maßnahme an der Schloßbrücke verzögert habe, so der Stadtrat. Die „unglückliche Überschneidung“ sei für die Senatsverkehrsverwaltung vorher so nicht absehbar gewesen“, sagt Schruoffeneger.