Neuer General Manager

Diese Pläne hat Athmann mit dem Schlosshotel im Grunewald

Nach zehn Jahren an der Spitze des „Regent“ ist Stefan Athmann neuer General Manager im „Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann“.

Stefan Athmann ist neuer General Manager im „Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann“.

Stefan Athmann ist neuer General Manager im „Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann“.

Foto: Dieter Baganz

Zehn Jahre lang führte Stefan Athmann als General Manager das Hotel „Regent“ am Gendarmenmarkt. Internationale Stars gehörten in dieser Zeit zu den Stammgästen den Fünf-Sterne-Superior-Hauses. Der 48-Jährige war derweil selbst so umtriebig auf den roten Teppichen der Stadt, dass er es ebenfalls zu einiger Bekanntheit brachte.

Nach seinem überraschenden Abschied im Frühjahr hat Athmann jetzt die Geschäfte im „Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann“ – Berlinern besser bekannt als „Schlosshotel im Grunewald“ – übernommen. Seit 1994 wurde das Hotel unter anderem als „Schloßhotel Vier Jahreszeiten“, „Schloßhotel Ritz-Carlton Berlin“ und „The Regent Schlosshotel Berlin“ betrieben. 2014 erwarb Mode- und Interior-Designer Patrick Hellmann das Haus und modernisiert es seitdem sukzessive mit seinen eigenen Entwürfen. Stefan Athmann möchte die 1911 erbaute Villa, in der schon Kaiser Wilhelm II. gefeiert haben soll, nun wieder zu einem Treffpunkt für Berliner und Prominente machen.

Im April wurde bekannt, dass Sie das „Regent“ nach zehn Jahren verlassen. Sie waren dem Haus sehr verbunden. Was waren Ihre Gedanken zu diesem Schritt?

Stefan Athmann: Grundsätzlich ist es immer schwer, sich aus so einem schönen Haus zu veränder. Nach zehn Jahren war es aber dennoch an der Zeit, etwas Neues zu machen. Ich möchte in einem Job immer etwas erreichen. Und ich habe das Gefühl, im „Regent“ ist mir das gelungen. Wir haben ein super Team zusammengestellt und wir haben uns einen Namen gemacht. Zuletzt ist das Haus wieder einmal übernommen worden. Es wehte ein anderer Wind. Und ich dachte, vielleicht ist das der Moment, den Platz zu räumen.

Wussten Sie an Ihrem letzten Tag, was danach kommt oder war der Abschied ein Sprung ins kalte Wasser?

Beides ein bisschen. Das Telefon hat oft geklingelt, das hat mich natürlich gefreut. Dennoch hatte ich meiner Frau versprochen, den kompletten Sommer mit der Familie zu verbringen. Wir haben drei Kinder. Und ehrlicherweise war nicht immer genug Zeit da, auch wenn ich mich bemüht habe. Deshalb war die Auszeit für mich eine Herzensangelegenheit. Meine Kinder haben acht Wochen Ferien, weil sie auf die internationale Schule gehen. Diese Zeit waren wir komplett weg aus Berlin. Das haben wir sehr genossen.

War es ein Wunsch von Ihnen, beruflich in Berlin zu bleiben?

Ich hatte tolle Gespräche in ganz Deutschland. Meine Frau wäre auch gerne noch mal ins Ausland gegangen. Am Ende haben wir uns aber für Berlin entschieden. Wir haben hier einfach ein tolles Netzwerk. Wir sind Mitglied im Tennisclub Blau-Weiß, hier um die Ecke, ich bin in Bad Saarow im Golfclub. Wir haben hier viele Freunde. Das alles aufzugeben, wäre mir schwer gefallen.

Und wie kam schließlich das „Schlosshotel“ ins Spiel?

Wir leben im Grunewald, ich habe das „Schlosshotel“ also immer schon ein bisschen im Auge gehabt. Ich glaube, das hat sich ein bisschen rumgesprochen, ich war in letzter Zeit oft abends in der Bar oder im Restaurant (lacht). Und irgendwann wurde ich dann tatsächlich angesprochen. Es ist so eine super Location. Ein irres Haus mit einer tollen Geschichte. Der Ansatz, wie Patrick Hellmann das in den vergangenen Jahren umgestaltet und das Thema Fashion reingebracht hat, gefällt mir. Ich habe das Gefühl, ich kann dort mithelfen, das Haus auf einen guten Weg zu bringen. Mit meiner Frau habe ich in den vergangenen Jahren auf vielen Hochzeiten in Berlin getanzt, um dem „Regent“ ein Gesicht zu geben. Das ist auch im „Schlosshotel“ wieder mein Ziel.

Wie wollen Sie das angehen? Tatsächlich lief das „Schlosshotel“ in den vergangenen Jahren ja ein wenig unter dem Radar.

Das sehe ich ähnlich. Deshalb werde ich auch mein ganzes Herzblut investieren, um das zu ändern. Ich sehe sehr viel Potenzial in der Bar, im Restaurant, im Garten und den neu gestalteten Zimmern. Mit guter Marketing- und Social-Media-Arbeit kann man das Haus in Berlin neu positionieren. Und ich glaube, dass ich ein neues Wohnzimmer für die Grunewalder schaffen kann. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen. Aber es ist mein ganz großes Ziel. Genau wie im „Regent“ werde ich dafür mein Gesicht und meinen Namen einbringen, um eine Marke zu etablieren.

Gastronomisch sind Sie aus dem „Regent“ sehr verwöhnt. Gibt es Bestrebungen, einen bekannten Namen als Küchenchef ins „Schlosshotel“ zu holen?

Ich denke, dass wir qualitativ auf einem sehr guten Weg sind. Es gibt Ideen, aber dafür ist es noch zu früh. Die „GQ Bar“ ist ein erster Schritt. Ich möchte außerdem gerne einen Afternoon Tea und ein Business Lunch einführen und bekannt machen. Warum sollen die Grunewalder denn am Hagenplatz oder am Roseneck sitzen?

Was ist mit den restlichen Berlinern? Wollen Sie die auch in den Grunewald locken?

Auf jeden Fall. Ich denke, da kann man mit guter Außenwirkung und Social Media eine Menge machen. Bei Events, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern haben wir auch noch Kapazitäten. Wir wollen die Nachbarn, wir wollen die Berliner und natürlich wollen wir auch die Touristen.

Auch die Prominenten?

Wir wollen auch die Promis (lacht). Ich habe da große Lust zu. Es haben mich schon einige frühere Stammgäste angerufen und gefragt, wann sie endlich wieder bei mir übernachten können.