Wirtschaftspolitik

SPD-Fraktionsvize: Messechef war gegen ICC-Sanierung

Christian Göke hatte über fehlende Flächen geklagt. SPD-Politiker Jörg Stroedter wirft ihm vor, das Problem mit verursacht zu haben.

Fordert die Ablösung des Messechefs: der stellvertretende Fraktionschef der SPD Jörg Stroedter

Fordert die Ablösung des Messechefs: der stellvertretende Fraktionschef der SPD Jörg Stroedter

Foto: SPD Berlin / Joachim Gern

Berlin. Die Klage des Berliner Messe-Chefs Christian Göke über den schlechten Eindruck, den die „Ruine“ des Internationalen Congress Centrums (ICC) mache, hat scharfe Kritik aus den Reihen der SPD hervorgerufen. Göke hatte im Interview mit der Morgenpost am Sonntag moniert, dass ihm die 10.000 Quadratmeter Kongressfläche im ICC in Verbindung mit den Messehallen fehlten, um dort große internationale Veranstaltungen zu akquirieren. Diese Aussagen ärgern den stellvertretenden SPD-Fraktionschef Jörg Stroedter.

Berlin entgeht das Geschäft mit Groß-Kongressen

„Über Jahre hat Herr Göke allen erzählt, er brauche das ICC nicht und hat alles dafür getan, dass das Gebäude nicht saniert wird“, sagte Stroedter der Morgenpost. Der Wirtschaftsexperte ist Vorsitzender des Beteiligungsausschusses im Abgeordnetenhaus, wo Göke ebenso wie die Chefs der anderen Landesunternehmen regelmäßig berichten müssen. Erst vor etwa einem Jahr habe Göke erstmals die Argumente der Kritiker bestätigt, sagte Stroedter. Schon länger warnen Fachleute nämlich, dass ohne das ICC mit seinen Kapazitäten das Geschäft mit internationalen Groß-Kongressen an Berlin vorbei laufe. Göke habe lange dagegen argumentiert und behauptet, mit neuen City-Cubes ließe sich das Geschäft für Berlin sichern.

Sozialdemokrat fordert Abberufung des Messechefs

Stroedter wirft dem Chef der Messegesellschaft vor, sich lieber auf den Aufbau von Auslandsmessen wie die ITB in Asien zu konzentrieren als darauf, zahlungskräftige Kongress-Gäste in die Stadt zu holen und dafür die großen Säle im ICC zu nutzen. „Damit verdient er mehr Geld, aber die Stadtrendite für Berlin ist viel niedriger“, kritisierte der Sozialdemokrat. Auch dass Göke es im Interview ablehnt, vom Senat als politisch unliebsam eingestufte Staaten wie Malaysia von der Rolle als Partnerländer etwa der ITB auszuschließen, hält Stroedter für inakzeptabel. Der Messechef müsse ausgetauscht werden. „Göke ist die falsche Besetzung an dieser Stelle“, lautet das Fazit des SPD-Fraktionsvizes.