Neugestaltung

Neue Pläne für den Hochmeisterplatz in Wilmersdorf

Die Bauwert will die Grünanlage am Hochmeisterplatz in Wilmersdorf auf ihre Kosten umgestalten. Doch der Bezirk hat Einwände.

So stellt sich die Gartenarchitektin Gabiriella Pape den nördlichen Teil des Hochmeisterplatzes vor.

So stellt sich die Gartenarchitektin Gabiriella Pape den nördlichen Teil des Hochmeisterplatzes vor.

Foto: Simulation: Königliche Gartenakademie/Bauwert

Berlin. Die Bauwert möchte die Grünanlage auf dem Hochmeisterplatz auf eigene Kosten umgestalten. Der Berliner Investor, der an der nördlichen Grenze der Grünanlage zwischen Nestor- und Cicerostraße eine Gebäude mit 110 Wohnungen baut, möchte nach den Worten von Projekt-Entwickler Tim Obermann dem Bezirk damit etwas zurückgeben. Doch dort sieht man das Geschenk nicht gänzlich positiv, wie im jüngsten Umweltausschuss der Bezirksverordneten-Versammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf deutlich wurde. „Wir sind da skeptisch“, so der für Grünflächen zuständige Stadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne).

Der Park am Hochmeisterplatz ist in die Jahre gekommen. Nur wenig lässt sich noch von dem erahnen, was sich der Berliner Gartendirektor Erwin Barth 1930 bei der Anlage des Platzes gedacht hatte. Die grundlegende Platzstruktur mit dem Spielplatz im Süden, der Wiese im Zentrum und den Baumreihen zu den Straßen hin ist noch erhalten. Doch vor allem der Randbereich ist geprägt von unvollständigen Heckenresten und wucherndem Unterholz. Die Rasenfläche in der Platzmitte wurde in den 70er-Jahren in Wellenform umgestaltet, um Fußballspielen zu verhindern, heute spielen hier die Hunde aus der Nachbarschaft. Statt blühender Schmuckbeete gibt es dunkle, zugewucherte Ecken.

Mehr Einsehbarkeit und bessere Durchwegung

Die Bauwert hat für ein Umgestaltungskonzept die renommierte Gartenarchitektin Gabriella Pape beauftragt. Pape, die auch eine der Gründerinnen der Königlichen Gartenakademie in Dahlem ist, hat sich Gedanken um den Platz und seine Geschichte gemacht. Sie moniert in ihrem Konzept die Aufenthaltsqualität, die durch eine „starke Verschattung der Großbäume und eine wenig attraktive Strauchschicht“ beeinträchtigt sei. Sie möchte wieder mehr Einsehbarkeit, eine bessere Durchwegung, attraktivere Bepflanzung und neue, einladende Sitzbereiche für die Parkbesucher schaffen. Im nördlichen Bereich will sie im Sinne Erwin Barths wieder eine streng geometrische, aber reich bepflanzte Schmuckgartenanlage mit einer mit Kletterrosen berankten Pergola sowie einem Brunnen anlegen. Um die Liegewiese herum schlägt sie ebenfalls „reichblühende und strukturstarke Stauden- und Gräserpflanzungen“ vor, die von Rasenstreifen unterbrochen wird, die Wege zur Liegewiese bieten sollen. „Plätze sollen zum Durchgehen sein und keine versteckten Räume bilden“, sagt Pape.

Um die Neugestaltung zu realisieren, schlägt Pape die Fällung von vier Bäumen vor. Darunter auch eine Birke und eine Linde, die stark Schädigungen aufwiesen sowie zwei Eichen, die nicht zum ursprünglichen Konzept Barths gehörten. Andere Bäume des Bestands sollen freigeschnitten werden, um mehr Lichteinfall zu erhalten. Gleichzeitig sieht das Konzept der Gartenarchitektin die Neupflanzung von Baumarten vor, die besser an heißere und trockenere Sommer angepasst seien.

Rund 500.000 Euro für Neugestaltung und Brunnen

Die Neugestaltung des Parks einschließlich einem von der Berliner Künstlerin Meret Oppenheim gestalteten Brunnen sowie einer dreijährigen Pflegezeit während der Anwuchsphase, will die sich Bauwert Projektleiter Tim Obermann zufolge rund 500.000 Euro kosten lassen. Die Pflegekosten für die neue Anlage sollen in den Folgejahren dann von der Eigentümergemeinschaft der 110 neuen Wohnungen getragen werden, was Obermann zufolge im Grundbuch als Last eingetragen würde.

Grünflächenamt möchte alten Baumbestand erhalten

Doch, wenn auch der Leiter des Grünflächenamtes, Walter Schläger, das Vorhaben der Bauwert „als freundliches Geschenk“ bezeichnet und einräumt, dass der Hochmeisterplatz weit entfernt davon sei, eine hochwertige Grünanlage zu sein, wolle er, dass ein Konzept für eine Neugestaltung mit dem vorhandenen Raum umgehen müsse und keine Bäume gefällt würden. „Der Baumbestand ist erst einmal heilig und muss gewertschätzt werden“, sagte Schläger.

Ein Tenor, der auch vom Gros der Bezirksverordneten im Umweltausschuss mitgetragen wurde. „Für die Bauwert ist die Umgestaltung des Parks eine Aufwertung ihres Bauwerks“, sagte die Grünen-Verordneten Sibylle Centgraf. Die alten Bäume müssten erhalten bleiben. Auch den CDU-Verordneten Hans-Joachim Fenske stört es, dass die Bäume wegkommen. „Ich denke, das wird nur gemacht, damit die Leute, die die teuren Wohnungen gekauft haben, einen schönen Blick auf den Park bekommen. „Als nächstes müssen dann der Spielplatz und der Bolzplatz weg“, so Fenskes Befürchtungen.

Daran sei überhaupt nicht gedacht, versicherte Bauwert-Projektleiter Obermann. „Wir sehen uns als Berliner Unternehmen durchaus auch ein wenig dem Mäzenatentum verpflichtet“, so die Begründung für das Engagement. Das Unternehmen wolle nun erst einmal eine endgültige Entscheidung des Bezirks abwarten, um zu entscheiden, wie es weitergehen soll.