Kultur

Freilichttheater Jungfernheide soll reaktiviert werden

Der SPD-Abgeordnete Hochgrebe will das Wald-Theater sanieren. Auch im Bezirk wünscht man sich das. Bisher fehlt aber das Geld.

Marode und vollkommen überwuchert: die Gustav-Böß-Freilichtbühne im Volkspark Jungfernheide.

Marode und vollkommen überwuchert: die Gustav-Böß-Freilichtbühne im Volkspark Jungfernheide.

Foto: Matthias Vogel

Berlin. Im Volkspark Jungfernheide liegt – verborgen hinter dem Kulturbiergarten – ein in die Jahre gekommenes und ungenutztes Freilichttheater. Ein wahres Kleinod unter den Spielstätten. Offenbar besteht der breite Wille, die alte Spielstätte wieder „wach zu küssen“. Diesen Ausdruck benutzte kürzlich zumindest der SPD-Abgeordnete Christian Hochgrebe in einer Mitteilung.

Theater liegt seit Jahren brach

Seit Jahren liege das Amphitheater brach. Mehrere Versuche des Bezirks, die Freilichtbühne zu reaktivieren, seien gescheitert. Nun wolle er diesen Zustand ändern und diese wieder nutzbar machen. „Sie liegt wie in einem Dornröschenschlaf da“, so der SPD-Politiker. Aber dieser Ort berge ein großes Potenzial für verschiedene kulturelle Angebote. So könnten Schulen die Bühne für ihre Proben nutzen, kleine Theatergruppen ihre Stücke anbieten. Aber auch eine Leinwand für Filmvorstellungen ist Hochgrebe zufolge denkbar. „Daher werde ich mich für die Finanzierung zur Instandsetzung der Bühne einsetzen“, verspricht der Abgeordnete, der auch Mitglied des Hauptausschusses ist.

Die SPD-Fraktion in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf hat kürzlich einen entsprechenden Antrag eingereicht, der in einer der nächsten Sitzungen des Kulturausschusses behandelt werden soll. Rückenwind für Hochgrebe gibt es auch aus dem benachbarten Bezirk Spandau, dort streben der Verein Pulzeit und die Initiative Kiez Siemensstadt die Nutzung und Inbetriebnahme des vom Charlottenburger Gartenbaudirektors Erwin Barth 1923 angelegten Naturtheaters an.

Kosten für die Sanierung rund 1,5 Millionen Euro

Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) würde eine finanzielle Unterstützung für die Reaktivierung der baufälligen Gustav-Böß-Freilichtbühne, wie das Theater offiziell heißt, begrüßen. Eine „Pi-mal-Daumen-Schätzung“ der Kosten gebe es schon: „1,5 Millionen Euro.“ Den Anschluss mit Strom- und Sanitärleitungen nannte sie als große Posten, aber es geht auch um die Renovierung der Sitzplätze. Das Lager um Christian Hochgrebe sieht in der Wiederbelebung dieser besonderen Spielstätte ein „wichtiges Kulturangebot, alters- und bezirksübergreifend, in dem für jeden etwas dabei sein soll. Schulen, Kitas, Kunst- und Musikschulen, Künstler und Veranstalter sollen mit einbezogen werden.“

Schmitt-Schmelz sagte, jetzt müsste man sich Gedanken über ein Konzept machen. „Etwa darüber, ob der Betrieb von kommerziellen Veranstaltern oder dem Bezirk in die Hand genommen werden soll.“ Danach gelte es, eine valide Schätzung der Sanierungs- und – in Abhängigkeit vom Konzept – der Betriebskosten zu erstellen. „Und dann müssen wir natürlich sehen, woher wir die Gelder bekommen.“ Für Hochgrebe ein perfektes Datum für die Wiedereröffnung: Das 100-jährige Jubiläum der Bühne 2020.