Fußgängerzone

Peek & Cloppenburg schließt Filiale an der Wilmersdorfer

Der Projektentwickler MREI baut zwei neue Wohn- und Geschäftshäuser. Peek & Cloppenburg gibt den Standort auf.

Direkt neben dem Schirmständerhaus, aber mit weniger Witz. Simulation der Neubauten an der Wilmersdorfer Straße 59.

Direkt neben dem Schirmständerhaus, aber mit weniger Witz. Simulation der Neubauten an der Wilmersdorfer Straße 59.

Foto: Max Dudler

Berlin.  Nicht nur am nördlichen Ende der Wilmersdorfer Straße investieren die Eigentümer Millionen in die Ertüchtigung der Wilmersdorfer Arcaden, auch im mittleren Teil zwischen Kantstraße und Pestalozzistraße rollen nun wieder die Bagger.

Investor Sascha Maruhn (MREI) will an der Wilmersdorfer Straße 59-60 Berlins älteste Fußgängerzone aufwerten und plant insgesamt 60 Millionen Euro in den Neubau von zwei Wohn- und Geschäftshäusern sowie in die Sanierung eines historischen Fabrikgebäudes zu investieren.

An der Wilmersdorfer sollen Laden- und Büroflächen sowie Wohnraum entstehen

„Die Wilmersdorfer Straße zählt zu den meistfrequentierten Straßen Berlins. Mit dem bereits fertiggestellten Gebäude an der Wilmersdorfer Straße 60 und der für 2020 geplanten Fertigstellung des Nachbarhauses Wilmersdorfer Straße 59 schaffen wir moderne und architektonisch wertvolle Laden- und Büroflächen sowie dringend benötigten Wohnraum, was die Attraktivität der bekannten Shoppingstraße weiter stärken wird“, sagt Maruhn.

Im einem ersten Bauabschnitt hat sich der Berliner Projektentwickler die Wilmersdorfer Straße 60 vorgenommen. Die Arbeiten an dem rund 6000 Quadratmeter großen Büro-, Handels- und Wohngebäude starteten bereits 2015 und wurden 2018 abgeschlossen. Zusammen mit dem Architektenbüro Max Dudler ist ein Neubau mit fünf Etagen und Staffelgeschoss sowie einer Sandsteinfassade mit bodentiefen Fenstern entstanden, der im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss einen Laden für Schuhe und Accessoires beherbergt. Die darüberliegenden Etagen sind für Büros reserviert. Hinter dem modernen Gebäude befindet sich ein umfangreich kernsaniertes Fabrikgebäude, in dem mehrere Industrie-Lofts im Stil der neuen Sachlichkeit entstanden sind.

Fertigstellung des Nachbarhauses für 2020 geplant

Der nun begonnene zweite Bauabschnitt befindet sich im Nachbarhaus mit der Adresse Wilmersdorfer Straße 59. Der ebenfalls von Max Dudler geplante Neubau mit einer weiß geschlämmten Backsteinfassade umfasst fünf Etagen plus Staffelgeschoss und bietet weitere rund 5000 Quadratmeter Wohn- und Geschäftsfläche. Mit den Bauarbeiten wurde zum Jahresbeginn 2019 begonnen, die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

Lebensmittelretter Sirplus zieht wieder an die Wilmersdorfer

Gute Nachrichten auch für die Lebensmittelretter von Sirplus, die als Mieter ins Erdgeschoß einziehen werden. Das Berliner Start-up hat sich auf den Verkauf übrig gebliebener Lebensmittel spezialisiert und konnte mittlerweile fünf Filialen in Berlin eröffnen.„Wir haben den Start des Rettermarktes Sirplus unterstützt, indem wir dem Start-up in 2017 die Ladenfläche für ihren ersten Laden kostenlos überlassen haben. Nun kehrt Sirplus nach der Fertigstellung des Neubaus als Mieter einer 400 Quadratmeter großen Ladeneinheit an seinen Ursprung in der Wilmersdorfer Straße 59 zurück“, sagt Maruhn. Neuer alter Nachbar wird Vodafone, die Maruhn zufolge 2020 ebenfalls wieder an ihre alte Stelle zurückkehren werden. Insgesamt entstehen an Stelle der beiden nach dem Krieg nur notdürftig wieder aufgebauten Häuser zwei Gebäude mit rund 11.000 Quadratmetern Büro-, Einzelhandels- und Wohnfläche.

Peek & Cloppenburg schließt Filiale an der Wilmersdorfer

Zurückziehen wird sich aus der Wilmersdorfer Straße indes die Modekette Peek & Cloppenburg (P&C). Das Düsseldorfer Unternehmen kämpft Branchenberichten zufolge mit stagnierenden Umsätzen und hat angekündigt, seine bisherige Verkaufsstrategie zu ändern: Filialen sollen, etwa durch die Verpachtung von Teilflächen an Gastronomen, verkleinert und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Das scheint sich offenbar an der Wilmersdorfer nicht umsetzen zu lassen. Der Standort schließt zum 31. August. Als Grund gibt das Unternehmen das Auslaufen des Mietvertrags und das Scheitern der Verhandlungen über neue Mietkonditionen an.