Beschluss

Badestelle Halensee: Der Zaun kommt wieder weg

Der Zugang zur traditionellen Badestelle wird wieder freigemacht. Das Schilf soll aber weiter geschützt werden.

Erfolg für Uwe Moldenhauer und die Demonstranten vom Halensee: Der alte Zugang zum See wird wieder hergerichtet.

Erfolg für Uwe Moldenhauer und die Demonstranten vom Halensee: Der alte Zugang zum See wird wieder hergerichtet.

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg-Wilmerdorf.  Die Diskussion war lang und zäh. Viele Bedenken und Argumente über das Baden im Halensee wurden in der Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstagabend vorgebracht, aber letztlich konnte sich der Antrag der SPD-Fraktion mit einer ungewöhnlichen, aber breiten Mehrheit durchsetzen: Für die Lesart „den freien Zugang zum See an dieser Stelle unverzüglich (innerhalb von 14 Tagen nach BVV-Beschluss) wieder herzustellen“, stimmten neben der SPD auch CDU, FDP, Linke und AfD. Lediglich die Grünen enthielten sich, obwohl auch innerhalb der Fraktion die eine oder andere Stimme der Mehrheit gern beigepflichtet hätte. Doch so ganz wollte die Fraktion ihren Stadtrat Oliver Schruoffeneger offenbar doch nicht im Regen stehen lassen.

Umsetzung einer gesetzlichen Auflage

Denn auch Schruoffeneger stellte in der Diskussion fest, dass es sich bei der Errichtung des Zauns zum Schutz des Schilfgürtels nicht um einen Akt der Willkür gehandelt habe, sondern um die Umsetzung einer gesetzlichen Auflage des Landes Berlin, einer Schutzgebietsverordnung, die die Wiederaufforstung des Schilfs an dieser Stelle vorsieht, um die Wasserqualität zu verbessern. Er will nun versuchen, den Zaun zum Schutz des Uferbewuchses so zu verrücken, dass das Schilf geschützt bleibt, der bequeme Zugang zum Wasser von der Wiese des Fríedenthal-Parks aus aber wieder möglich ist.

Suche nach den Ursachen für die Verschmutzung

Geklärt werden soll in den nächsten Monaten auch, warum die zweite Kläreinrichtung an der Trabener Straße defekt ist und wie sie wieder ertüchtigt werden kann. Der CDU-Abgeordnete Hans-Joachim Fenske erklärte zudem, er habe gehört, dass nachts nach der Schließung der Abpumpeinrichtung auf dem benachbarten AVUS-Parkplatz immer wieder Busse und Lkw ihre Toiletten auf dem Parkplatz entleerten, was bei Regen dann in den Halensee geschwemmt würde. Schruoffeneger hat sich indes inzwischen wissenschaftlicher Hilfe versichert und will ermitteln lassen, von welchen Stellen aus der See immer wieder mit Einflüssen von Fäkalien verunreinigt wird. „Das muss nicht nur der AVUS-Parkplatz sein“, so der Stadtrat. Das könne auch von einem der anliegenden Privatgrundstücke kommen, wo es vielleicht unbemerkte Defekte in den Abwassereinleitungen gebe.

Deutlich machte Schruoffeneger aber auch, dass das Badeverbot deshalb bestehen bleibe, auch wenn der Zugang zum Wasser wieder erleichtert werde. Gerade nach den Starkregen der vergangenen Tage sei davon auszugehen, dass viele Schadstoffe und Keime in den See gespült worden seien. „Das Baden geschieht dann weiter auf eigene Gefahr“, so der Stadtrat.