Badeverbot

Protest gegen Metallzaun am Ufer des Halensee

Anwohner fordern, dass die traditionelle Badestelle wieder für alle geöffnet wird. Antrag dazu in der BVV am Donnerstag.

Der Zaun soll unverzüglich wieder weg: Demonstranten am Ufer des Halensees

Der Zaun soll unverzüglich wieder weg: Demonstranten am Ufer des Halensees

Foto: Sergej Glanze

Halensee. „Es ist ein Stück Lebensqualität ohne weite Wege“, sagt Rainer Döll. Er fährt seit Jahren abends nach der Arbeit dem Rad an den Halensee, um dort zu schwimmen. „Das Treiben hier auf der Wiese ist so bunt wie die Stadt, es ist einzigartig“, sagt er. Doch mit dem Schwimmen soll es nach dem Willen des Bezirksamts Schluss sein, denn zu Beginn der Badesaison stand da, wo bislang jedermann über die Wiese des Frieden­thal-Parks ins Wasser gelangen konnte, ein Metallzaun.

Strandbad Halensee für viele zu teuer

„Der Zaun muss weg“, skandieren deshalb am Mittwochnachmittag rund 50 Menschen, nackte, angezogene, gebräunte und solche, die es noch werden wollen, junge und ältere. „Wir wollen unseren Volkssee wieder und keinen Lobbyistensee“, fordert Uwe Moldenhauer, der zu der Demonstration aufgerufen hatte, mit Blick auf das Strandbad Halensee, das vor einigen Jahren privatisiert worden ist und seither Eintrittspreise verlangt, die von Anwohnern als „Wucher“ bezeichnet werden. Was sie zusätzlich aufbringt: „Warum soll hier das Baden wegen der Wasserqualität verboten sein, drüben im Strandbad aber nicht?“ Und sie zeigen Ausdrucke des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso), das dem Halensee durchweg gute Wasserqualität bescheinigt.

Schutzgebietsverordnung fordert Schilf

Doch das hat erst 2007 der Einbau eines sogenannten Retentionsbodenfilters ermöglicht, einer Schilfkläranlage, die auf natürliche Weise einen Großteil der Sedimente und Schadstoffe aus den eingeleiteten Straßenabwässern herausfiltert. „Wir müssen eine Schutzgebietsverordnung des Landes ausführen, die die Wiederaufforstung des Schilfs an dieser Stelle vorsieht“, begründet Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) deshalb die Notwendigkeit des Zauns.

Antrag in der BVV am Donnerstag

Doch das sehen selbst Teile seiner Fraktion und die SPD anders. Sie wollen in der Bezirksverordnetenversammlung an diesem Donnerstag mit einem Antrag fordern, dass der Zaun „unverzüglich“ wieder abgebaut werden soll. Die Demonstranten wollen dieser Forderung mit ihrer Anwesenheit im Rathaus Nachdruck verleihen.