Umweltschutz

Schüler basteln 100 neue Messgeräte für Berlin

Auf Einladung von IBM fertigten Berliner und Brandenburger Schüler im Bikini-Haus aus Bausätzen Sensoren zur Messung von Feinstaub.

Konzentriert bei der Sache: Zwei Schüler bauen einen der Sensoren nach einer Bauanleitung im IBM-Lab im Bikini-Haus zusammen

Konzentriert bei der Sache: Zwei Schüler bauen einen der Sensoren nach einer Bauanleitung im IBM-Lab im Bikini-Haus zusammen

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg.  Klimawandel und Fahrverbote sind in aller Munde. Rund 300 Schüler aus Berlin und Brandenburg wollen es aber genauer wissen. Am Freitag folgten sie einer Einladung des IBM Think Labs im Bikini-Haus, um aus einfachen Bauteilen Umweltsensoren zu basteln, die Daten über Temperatur, Feuchtigkeit und die tatsächliche Feinstaubbelastung der Berliner Luft liefern können.

Größerer Andrang als von den Organisatoren gedacht

Der Andrang jugendlicher Forscher hat wohl selbst die Organisatoren überrascht. „Wir hatten das Angebot für 200 Schülerinnen und Schüler gemacht“, sagt Peter Kusterer, Leiter Corporate Citizenship & Corporate Affairs bei IBM Deutschland. Doch die Zahl der Anmeldungen war so groß, dass sich das Team entschloss, mehr Plätze zu schaffen.

Umwelt und digitale Transformation von Gesellschaft seien die beherrschenden Themen der Zeit. Lebendige Demokratie brauche aber Bildung, sagt Kusterer. Bildung im digitalen Zeitalter bedeutete aber mehr denn je, dass sich Schülerinnen und Schüler früh in Quellenkritik übten. „Nicht jede Zahl, nicht jede gute gemachte Statistik, nicht jede Reihung von Fakten erzählt die wahre Geschichte“, so Kusterer.

Einsatz der Sensoren nach den Pfingstferien

Zu Beginn des Experiments blickten die Schülerinnen und Schüler noch ein wenig ratlos auf den Bausatz mit zwei gekrümmten, blauen Plastikrohren, einem Beutel mit Drähten und elektronischen Bauteilen, die vom Open Knowledge Lab Stuttgart (OK Lab) entwickelt wurden. Doch schneller als die Organisatoren geglaubt hatten, hatten Zweier- oder Dreier-Teams je ein Gerät zusammengesetzt und in den beiden Kunststoffröhren verstaut. Ob die Sensoren dann auch funktionieren werden, wird sich spätestens nach den Pfingstferien zeigen, wenn sie an ihren Bestimmungsorten angebracht, mit Strom versorgt und via Wi-fi mit dem Netzwerk von luftdaten.info verbunden sind.

Schüler können eigene Kompetenzen trainieren

Mit den selbstgebauten Messgeräten soll Schulen ein Werkzeug an die Hand gegeben werden, mit dem Schülerinnen und Schüler selbst aktiv zu werden und gleichzeitig ihre Kompetenzen zu trainieren. So wird die Kartographierung der Berliner Luft mit weiteren 100 Sensoren noch engmaschiger werden, die Schüler können in ihrem direkten Umfeld überprüfen wie hoch die Feinstaubbelastung zu welcher Tages- oder Jahreszeit ist. Kusterer zufolge sei so auch feststellbar, welche Auswirkungen beispielsweise Waldbrände hätten oder wie sich das Silvesterfeuerwerk auf die Qualität der Luft auswirkt.