Die Installation Il Nido der Künstlerin Sylke von Gaza macht Halt in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. In der Ruine des Alten Turms hängt freischwebend ein überdimensionales Nest aus Treibholz, das die Künstlerin am Lidostrand vor Venedig gesammelt und mit Holz vom Ufer der Havel ergänzt hat. Die Installation wurde in den Turm hinaufgezogen und ist von außen gut sichtbar. In dem 120 Kilo schweren und 1,30 Meter breiten Nest liegen dann fünf in verschiedenen Blautönen irisierende Eier aus mundgeblasenem Glas, die aus der Manufaktur für Glaskunst Studio Berengo auf der weltberühmten italienischen Glasbläserinsel Murano stammen.

Innere Einkehr, aber auch Dialog

Il Nido – das Nest – wird zunächst vier Wochen im Alten Turm und vom 30. Mai bis zum 9. Juni 2019 dann in der Kirche gezeigt. In ähnlicher Weise war es schon 2017 zur Biennale in Venedig erst auf dem Dach eines Priesterseminars hoch über dem Canal Grande zu sehen und bot dann in der Basilica Santa Maria della Salute Anlass zum Innehalten.

Von Ursprung und Erlösung bis Frieden und Versöhnung

Mit ihrer Installation erzählt Sylke von Gaza die Geschichte einer inneren Verwandlung mit dem Ziel, Selbsterkenntnis zu erlangen. Die Reise des Nestes soll dieses abstrakte Konzept erfahrbar machen: Mit jedem Halt tritt Il Nido mit den verschiedenen Facetten einer solchen inneren Entwicklung in Dialog. Am Ausgangspunkt der Reise in Venedig standen Ursprung und Erlösung im Fokus. Beim zweiten Halt in Berlin interessiert sich die Künstlerin für die Aspekte des Friedens, des Dialogs und der Versöhnung, die für die Gedächtniskirche zentral sind.

Kunstprojekt ist bis Pfingsten zu sehen

Während der öffentlichen Turmführungen sonnabends um 14.15 und 15.15 Uhr und sonntags um 14.15 Uhr haben Besucher die Gelegenheit, das Werk von nahem zu betrachten. Treffpunkt ist die Gedenkhalle im Alten Turm. Das Kunstprojekt endet mit einem Gottesdienst am Pfingstsonntag, 9. Juni 2019.

Die Künstlerin

Sylke von Gaza wurde 1966 in Hamburg geboren. Bereits in ihrer Kindheit besuchte sie mit ihrer Urgroßmutter Italien. Ihre frühe Bewunderung für die Architektur der Kirchen Venedigs und Ravennas und ihre Malereien beeinflusst ihr Werk bis heute. Nach ihrem Diplom als Ingenieurin in Hamburg begann sie 2002 ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München, das sie 2007 als Meisterschülerin beendete. Während dieser Zeit beschäftigte sie sich vor allem mit der Malerei der Alten Meister und dem Abstrakten Expressionismus. Sylke von Gaza arbeitet in München, Venedig und Zürich.