Kaum einer hat mehr daran geglaubt. Zu sehr hat sich inzwischen festgesetzt, dass das älteste Haus von Wilmersdorf, das Schoeler-Schlösschen an der der Wilhelmsaue, geschlossen bleibt, weil dem Bezirk das Geld für Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes fehlt. Jetzt gibt es überraschend Geld vom Bund.

Fassade wurde bereits vor zehn Jahren renoviert

Klaus-Dieter Gröhler, heute Bundestagsabgeordneter für die CDU, hatte schon als Baustadtrat vor mehr als zehn Jahren damit begonnen, das marode Wilmersdorfer Architektur-Kleinod zu ertüchtigen. „Wir haben für die Sanierung damals einen Vertrag mit der Stiftung Denkmalschutz Berlin geschlossen. Damit konnte zumindest das barocke Erscheinungsbild des Hauses wieder hergestellt werden“, sagt Gröhler. Doch für die den Innenausbau ging das Geld dann aus. Auch nachfolgenden Stadträten, die für das Haus zuständig waren, gelang es bislang nicht, Mittel für eine Fortsetzung der Sanierung aufzutreiben.

Kulturstadträtin hatte einen neuen Anlauf genommen

Hoffnung keimte auf, als Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) im Dezember 2018 ankündigte, dass der Bezirk aus dem „Bundesprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen aus den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ rund 45 Prozent der Kosten beantragt würden. Für den Rest der 3,5 Millionen Eure teuren Renovierung wollte Schmitt-Schmelz die Lottostiftung Berlin anzapfen und, damit die Quersubventionierung gewährleistet ist, den Rest der erforderlichen Mittel im Bezirkshaushalt einstellen lassen.

„Haus soll wieder für die Bevölkerung nutzbar gemacht werden“

Die erste Hürde ist nun gelungen: Die Fördergelder aus dem Bundesprogramm des Bundesministeriums des Inneren sind seit heute genehmigt und belaufen sich voraussichtlich auf 1,575 Millionen Euro: „Die Mittel aus dem Bundesprogramm tragen dazu bei, dass das Haus nun auch endlich im Inneren ausgebaut und damit für die Bevölkerung wieder nutzbar wird. Als zuständiger Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für dieses Programm lag mir die Förderung des Schoeler-Schlösschens besonders am Herzen, weil mich oft Bürgerinnen und Bürger aus Wilmersdorf angesprochen haben, wann denn nun endlich das Haus wieder nutzbar wird“, sagt Gröhler.

Stadträtin will auf die Menschen im Kiez zugehen

„Da wir es nun geschafft haben, den Bund von diesem Projekt zu überzeugen und Gelder zu erhalten, um das Schoelerschlösschen baulich herzurichten, können wir nun auch den nächsten Schritt tun“, sagt Schmitt-Schmelz. Sie wolle nun auf die Bürger im Kiez zugehen, um ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein Konzept zur kulturellen Nutzung des Gebäudes zu erarbeiten. Das Nutzungskonzept soll sich von dem der Villa Oppenheim oder der Kommunalen Galerie unterscheiden. Es gehe darum, Bürger zur Kultur zu bringen, die sich vom Programm bestehender Einrichtungen nicht angesprochen fühlten. Bespielt werden soll das Haus anschließend vom Bezirk.

Sanierung soll 2020 beginnen

Der Startschuss für die Sanierung soll 2021 sein, die Bauvorbereitung beginnt der Kulturstadträtin zufolge bereits in diesem Jahr. Drei bis vier Jahre würde die Maßnahme dauern.