Bauprojekt

U-Bahneingang Uhlandstraße bleibt gesperrt

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Thomas Fülling
Bauzäunen stehen vor dem westlichen Zugang zum U-Bahnhof Uhlandstraße. Die Treppe ist so marode, dass die von Grund auf erneuert werden muss. Das dauert wohl bis Sommer nächsten Jahres. 

Bauzäunen stehen vor dem westlichen Zugang zum U-Bahnhof Uhlandstraße. Die Treppe ist so marode, dass die von Grund auf erneuert werden muss. Das dauert wohl bis Sommer nächsten Jahres. 

Foto: Foto: Thomas Fülling

Der Zugang zum U-Bahnhof am Kudamm ist versperrt. Die Schäden an der Treppe sind so groß, dass die Sicherheit nicht gewährleistet ist.

Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Ärger vieler Anwohner ist groß. Der westliche Treppenzugang zum U-Bahnhof Uhlandstraße in Charlottenburg ist mit einem Bauzaun versperrt – und das bereits seit Ende Januar. Wer zur U-Bahnlinie 1 will, muss auf dem Mittelstreifen des Kurfürstendamms ein ganzes Stück zur anderen Bahnhofsseite laufen. Das kostet zusätzlich drei bis vier Minuten, klagte ein Anwohner. Was ihn aber besonders empört: In den vergangenen sechs Wochen hat sich an dem laut BVG-Aushang „bis auf Weiteres“ wegen „Instandsetzungsarbeiten an der Treppenanlage“ gesperrten Zugangs nichts getan.

Weder Bauarbeiten noch BVG-Mitarbeiter seien zu sehen gewesen. „An einer Prachtstraße, wie dem Kurfürstendamm, einen U-Bahn-Eingang ohne erkennbare Not zu schließen und dann passiert fast zwei Monate lang nichts – das würde in Paris, London oder New York nicht passieren“, meint der Anwohner.

Die Nachfrage bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ergibt: Die Not ist größer als auf den ersten Blick sichtbar. Bei der jährlichen Inspektion hätten BVG-Fachleute „erhebliche Schäden an der Tragwerkskonstruktion der Treppe festgestellt worden“, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Weil die festgestellten Schäden am Tragwerk so groß sind, dass die Verkehrs- und Fahrgastsicherheit in Gefahr ist, musste der Ausgang gesperrt werden.

Eine einfache Reparatur sei nicht möglich. Auch die Stahlstreben in den Seitenwänden seien von den Feuchtigkeitsschäden betroffen und müssten erneuert werden. Auf der Konstruktion lagert wiederum die Tunneldecke. Geplant wird nun von der BVG eine Grundinstandsetzung des Bahnhofszugang. Geschätzte Kosten: rund 1,6 Millionen Euro. Die Investitionssumme ergebe sich auch daraus, dass auf die beschädigte Konstruktion auch die Tunneldecke trägt. Es müsse daher während der mehrmonatigen Bauzeit eine aufwendige Hilfskonstruktion errichtet werden.

Einen Bauauftrag dieser Größe muss die BVG als landeseigenes Unternehmen zudem EU-weit ausschreiben. Die Planunterlagen dafür seien inzwischen erarbeitet, das Vergabeverfahren bereits im Gange, so BVG-Sprecher Falkner. Einen konkreten Starttermin für die Arbeiten konnte er wegen des laufenden Verfahrens noch nicht nennen. Ziel sei aber, dass der Ausgang im Sommer 2020 wiedereröffnet werden kann.

Der 1913 eröffnete U-Bahnhof Uhlandstraße ist nach BVG-Angaben zuletzt in den 70er-Jahren renoviert worden – laut Falkner aber „eher optisch“. Daher werde in der Bauabteilung auch über eine Grundinstandsetzung der gesamten Station nachgedacht. Einen genauen Zeitplan für diese Arbeiten gibt es aber noch nicht.