City West

Rätselraten um die Zukunft des Westkreuz-Areals

Der Bahnvorstand hat dem Verkauf des Westkreuz-Areals zugestimmt. Doch was Neu-Eigner Uwe Glien damit vorhat, weiß keiner.

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Verkauf des Westkreuz-Areals an den Berliner Uwe Glien sorgt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf immer noch für hitzige Diskussionen. Dem Vernehmen nach soll Glien das Areal zu einem Preis von sechs bis 6,5 Millionen Euro erworben haben. Auch der Bahn-Finanzvorstand hat dem Verkauf inzwischen zugestimmt. Was genau Glien mit dem Grundstück vorhat, ist unterdessen völlig unklar. Eine Stellungnahme des Käufers war am Freitag nicht zu bekommen.

Bezirk will einen Park anlegen

Die Brache zwischen Charlottenburg und Wilmersdorf am S-Bahnhof Westkreuz ist von der Bahn noch nicht als Verkehrsfläche entwidmet. Im Flächennutzungsplan der Stadt ist das Quartier als Grünfläche ausgewiesen und ein entsprechender Bebauungsplan des Bezirksamts, der dort den so genannten Westkreuz-Park mit einer Durchwegung zwischen dem Bereich Stuttgarter Platz und dem Westkreuz vorsieht, soll in Kraft treten, sobald die Fläche entwidmet ist.

Interesse an dem Grundstück hatte auch der Investor Christian Gérôme, der am Westkreuz gemeinsam mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag 1100 Wohnungen bauen wollte. 500 davon sollten mietpreisgebunden sein sollten. Eine weitere Partei in der Gemengelage sind zudem auch die Kleingärtner der Kolonie Westkreuz, die ihre Parzellen behalten wollen.

Grünen-Bundestagsabgeordnete fordert Auskunft

Der Verkauf des Westkreuz-Areals an Glien stößt auch bei der Bundestagsabgeordneten Lisa Paus auf Unverständnis. „Es ist unbegreiflich, dass die Bahn ein so wichtiges innerstädtisches Areal ohne Rücksprache mit dem Land oder dem Bezirk an einen stadtbekannten Spekulanten zu einem Preis verkauft hat, der eigentlich nur Rätsel hinterlässt“, sagt die Grünen-Politikerin, in deren Wahlkreis das Westkreuz liegt. Paus hat deshalb nun eine Anfrage im Bundestag gestellt, um Erklärungen für dieses Verkaufsgebahren der Bahn zu bekommen.