Abriss

RBB plant Neubau an der Masurenallee in Charlottenburg

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Soll ein neues Nachbarhaus bekommen: das denkmalgeschützte Haus des Rundfunks

Soll ein neues Nachbarhaus bekommen: das denkmalgeschützte Haus des Rundfunks

Foto: pa/dpa/Bildagentur-online/Joko

Neben dem denkmalgeschützten Haus des Rundfunks soll ein viergeschossiger Bau abgerissen werden und das "Medienhaus der Zukunft" entstehen.

Charlottenburg. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) plant ein neues digitales Medienzentrum auf seinem Gelände an der Masurenallee in Charlottenburg. Wie ein RBB-Sprecher am Freitag gegenüber der Berliner Morgenpost bestätigte, soll ein neues, sechsstöckiges Gebäude angrenzend an das denkmalgeschützte Haus des Rundfunks entstehen. Zuvor hatte „Spiegel online“ über das Vorhaben berichtet.

Um den Neubau verwirklichen zu können, müssen auf dem RBB-Gelände allerdings zunächst die Abrissbagger anrücken und den viergeschossigen 70er-Jahre-Bau abtragen, in dem derzeit unter anderem das Deutsche Symphonie-Orchester probt. Mit dem Abriss entfallen Sanierungs- und Instandhaltungskosten in Höhe von 15 Millionen Euro für den vorhandenen Bau, sagte der RBB-Sprecher.

Nutzungskonzept soll bis Februar vorliegen

Danach solle dort auf einer Grundfläche von rund 3900 Quadratmetern das „Medienhaus der Zukunft“ (MHZ) errichtet werden. Genaue Pläne seien in interner Abstimmung. Bis Februar soll ein Nutzungskonzept vorliegen. Dann könne es einen Überblick über die Kosten geben. Dem Vernehmen nach plant der RBB Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich. Einen Teil will der Sender über Eigenmittel finanzieren, der Restbetrag soll über Kredite abgedeckt werden. Programmgeld fließe nicht in den Neubau, hieß es.

Kern des Projekts ist der Bau eines 1000 Quadratmeter großen, crossmedialen Newscenters. In dem Großraum sollen die mit aktuellen Themen befassten Redaktionen enger zusammenrücken. Der Sender hofft, dadurch die multimediale Zusammenarbeit und die publizistische Schlagkraft stärken zu können. Auch die angespannte Raumlage beim RBB in Berlin werde sich dadurch verbessern. Über die Anbindung an den Standort in Potsdam soll während der Planung entschieden werden.

RBB will Doppelstrukturen abbauen

Der öffentlich-rechtliche Sender wolle künftig „schlanker“ produzieren, Doppelstrukturen abbauen und dadurch mehr Geld ins Programm stecken können, hatte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger „Spiegel online“ gesagt. „Wir reden hier nicht von einer preisverdächtigen Architektur zu Repräsentationszwecken, und wir planen auch keinen Newsroom mit Bällebad und Hipster-Flair“, so Schlesinger. Der Neubau sei ein Langstreckenprojekt und werde den Sender bis weit ins kommende Jahrzehnt beschäftigen.