Nachhaltigkeit

Siedlungen Eichkamp und Heerstraße setzen Klimaziele um

Ein neues Nahwärmekonzept soll den Ausstoß des Treibhausgases CO2 in den Siedlungen Eichkamp und Heerstraße um 80 Prozent verringern.

Vier für CO2-Ersparnis: (v.l.) Ulrich Bogner und Uta Bauer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Energie der beiden Siedlervereine Eichkamp und Heerstraße, Jan Grundmann, Innovationsmanager bei Vattenfall Energy Solutions und Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne).

Vier für CO2-Ersparnis: (v.l.) Ulrich Bogner und Uta Bauer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Energie der beiden Siedlervereine Eichkamp und Heerstraße, Jan Grundmann, Innovationsmanager bei Vattenfall Energy Solutions und Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne).

Foto: Rainer Freese

Charlottenburg. Einen innovativen Weg der energetischen Sanierung bestehender Quartiere beschreiten der Energieversorger Vattenfall, die beiden Siedlungsvereine Eichkamp und Heerstraße sowie der Bezirk. Kürzlich haben die Parteien einen Förderantrag an die Kreditanstalt für Wiederaufbau für das Sanierungsmanagement in den beiden weitgehend denkmalgeschützten Quartieren abgeschickt. Sobald der Antrag genehmigt ist, geht das in mehreren Ausbauschritten geplante Vorhaben in die erste Phase.

Möglichst viele Haushalte an lokales Wärmenetz anschließen

Knapp 1000 Haushalte gibt es in den beiden Vierteln, dazu große Abnehmer wie Schulen und Sportanlagen. Als erster Schritt ist geplant, in diesem Umfeld möglichst viele Haushalte über ein lokales Wärmenetz zu versorgen. Dann soll das Netz verdichtet, ausgebaut und um weitere dezentral einspeisende regenerative Energiequellen – etwa Solarthermie vom Dach der Bewohner – ergänzt werden. Um das Netz dafür richtig zu dimensionieren, wird es gerade am Hermann-Rietschel-Institut der Technischen Universität Berlin simuliert. Die letzte Ausbaustufe sieht ein Heizwerk vor, das mit Holzhackschnitzeln aus der Region betrieben werden soll. Bei vollständiger Umsetzung des Projekts liegt die CO2-Einsparung bei bis zu 80 Prozent gegenüber der heutigen Wärmeversorgung, so heißt es. Die Projektlaufzeit beträgt acht bis zehn Jahre.

Sanierungsmanager begleitet das Projekt

Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) zeigte sich angetan von der Initiative: „Die Projektbeteiligten haben sich vorbildlich für eine fossilfreie Wärmeversorgung engagiert, das ist der richtige Weg zur Erreichung der Berliner Klimaschutzziele.“ Uta Bauer und Ulrich Bogner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Energie der beiden Siedlervereine: „2016 haben wir ein Energiekonzept für die beiden Siedlungen erstellen lassen. Vattenfall hat sich nach mehreren Gesprächen als Wunschpartner zur klimafreundlichen Umgestaltung des Gebiets erwiesen.“ Gerne würde man die Herausforderung annehmen, das in weiten Teilen denkmalgeschützte Gebiet mit einer lokalen, klimafreundlichen Nahwärmelösung zu versorgen, sagte Jan Grundmann, Innovationsmanager bei der Vattenfall Energy Solutions GmbH. Der Energieversorger übernimmt bei dem Projekt die Installation, die Betriebsführung und die kaufmännische Abwicklung auf eigene Rechnung. Mit den beantragten Fördergeldern wird ein unabhängiger Sanierungsmanager finanziert, der das Projekt begleitet und die Bewohner berät.

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