A100

Sanierung: Auf der Rudolf-Wissell-Brücke wird es eng

Baustart für die Fahrbahnsanierung auf der Rudolf-Wissell-Brücke ist der 8. Juli. Zwei Fahrspuren bleiben pro Richtung offen.

Bereits 2017 wurde die Fahrbahnen der Rudolf-Wissell-Brücke saniert. Diesmal geht es um die Gegenfahrbahn

Bereits 2017 wurde die Fahrbahnen der Rudolf-Wissell-Brücke saniert. Diesmal geht es um die Gegenfahrbahn

Berlin.  An der Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg wird wieder gebaut. Diesmal wird die Fahrbahn in Fahrtrichtung Süd saniert. Um den Start in die Sommerferien in Berlin nicht zu behindern, beginnen die Arbeiten erst nach dem ersten Ferienwochenende. In der Nacht vom 8. zum 9. Juli werden dann die Bauarbeiten auf dem drittmeistbefahrenen Autobahnabschnitt Deutschlands vorbereitet. Eine Woche nach Ferienende sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Video Rudolf-Wissell-Brücke

In zwei Nächten kommt es zu Einschränkungen, um die veränderte Verkehrsführung einzurichten. Die erste Sperrung betrifft nur die Fahrtrichtung Nord in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli zwischen 18 und 5 Uhr, außerdem wird die Rudolf-Wissell-Brücke in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli zwischen 22 und 5 Uhr voll gesperrt. Danach stehen dann während der Bauphase in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei Fahrspuren zur Verfügung.

Neuartiges Verfahren beschleunigt Sanierung

Um die Baumaßnahmen schneller voran zu bringen, kommt bei der Sanierung ein besonderes Verfahren zum Einsatz. Dabei werden die Fahrbahnen mit einer grobporigen Asphaltschicht überzogen, die dann mit einer Art Kunststoff abgedichtet wird. Das sogenannte HANV-Verfahren wurde bereits im vergangenen Jahr bei der Sanierung der Fahrbahn in Richtung Nord angewendet.

"Wie stark die Fahrbahn in Fahrtrichtung Süd tatsächlich geschädigt ist, lässt sich erst sagen, wenn der alte Belag abgefräst wurde. Vom Schädigungsgrad hängt maßgeblich ab, wie schnell wir mit der Sanierung vorankommen", sagt Projektleiter Wolfgang Pilz. Geplant ist, die Baumaßnahme bis zum 24. August, eine Woche nach dem Ende der Berliner Sommerferien, abzuschließen.

Veränderte Verkehrsführung für Lastwagen

Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, die aus Wedding kommend auf die A100 in Richtung Rudolf-Wissell-Brücke fahren wollen, müssen sich auf eine neue Verkehrsführung einstellen. Denn für die Dauer der Bauarbeiten auf der Brücke ist die A100 in Fahrtrichtung Autobahndreieck Charlottenburg für Lkw nicht befahrbar.

Sie werden über die Beusselstraße zur Anschlussstelle Saatwinkler Damm umgeleitet und müssen hier auf die A111 fahren, um von dort wieder auf die A100 in Fahrtrichtung Süd zu gelangen.

Auf der A100 werden kurz vor dem Jakob-Kaiser-Platz Höhenkontrollen – die Durchfahrtshöhe ist begrenzt auf 3,10 m - eingerichtet, die Lastwagen, die fälschlicherweise doch auf die A100 gefahren sind, zusätzlich warnen. In Fahrtrichtung Nord gibt es für Lastwagen keine Einschränkungen.

Bauarbeiten für Neubau beginnen nicht vor 2022

Die Kosten für die Fahrbahnsanierung in den Bauphasen 2017/18 liegen bei rund sieben Millionen Euro, die vom Bundesverkehrsministerium aufgebracht werden. Mit der Fahrbahnsanierung soll die Verkehrssicherheit der Rudolf-Wissell-Brücke erhalten und Verkehrsbehinderungen durch immer wieder auftretende Schlaglöcher verhindert werden, bis sie durch einen Neubau ersetzt wird.

Für die neue Rudolf-Wissell-Brücke über Bahntrassen und Spree wurden bereits im Mai 2018 die Weichen gestellt. Das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner soll den Neubau umsetzen. Die Arbeiten beginnen nicht vor 2022. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren zum Baurecht stehen noch aus.

Verantwortlich für das Projekt ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES). Die 1991 gegründete Projektmanagementgesellschaft soll die Planung und Durchführung der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) schneller realisieren, als das mit den Straßenbauverwaltungen der Bundesländer möglich wäre.

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