Mehr Zeit einplanen, Alternativrouten prüfen, Bus und Bahn nutzen: Das sind die Empfehlungen des ADAC Berlin-Brandenburg für Autofahrer angesichts der am heutigen Mittwoch beginnenden Bauarbeiten an der Rudolf-Wissell-Brücke zwischen Spandauer Damm und Dreieck Charlottenburg auf der Stadtautobahn A100.

Den mehr als 180.000 Fahrzeugen, die täglich über das Bauwerk rollen, stehen ab Donnerstag in Richtung Süd nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung, zudem ist die Auffahrt Siemensdamm gesperrt. Ab Freitag wird der Pkw-Verkehr Richtung Norden auf eine Spur auf der Gegenfahrbahn mit Zielrichtung Wedding/Hamburg umgeleitet. „Es muss mit extremen Rückstaus auf der A100 sowie auf der A115 (Avus) in Richtung Nord gerechnet werden“, warnt der Automobilclub. Doch nicht an der Rudolf-Wissell-Brücke wird gebaut. Hier eine Übersicht über weitere potentielle Staustellen.

Potsdamer Brücke, Mitte (Zeitraum der Bauarbeiten: 17. Juli bis 3. November)

Die Potsdamer Brücke in ihrer heutigen Form stammt aus dem Jahr 1966. Bei einer Bauwerksprüfung der Brücke wurden erhebliche Schäden festgestellt, die Abdichtung und der Fahrbahnbelag müssen dringend erneuert werden. Die Brücke besteht aus 38 Spannbetonfertigteilträgern. Die porösen Fugen zwischen diesen Trägen müssen neu abgedichtet werden, damit das Gesamtbauwerk weiterhin seine Standsicherheit behält.

Potsdamer Brücke
Potsdamer Brücke© Google Maps/ Screenshot

In Nord-Süd-Richtung ist die Brücke für die Zeit der Bauarbeiten für den Kraftfahrzeugverkehr voll gesperrt. Etwa ab Ende der Sommerferien wird voraussichtlich wieder eine Fahrspur vom Potsdamer Platz kommend in Richtung Süden für den Autoverkehr zur Verfügung stehen. Busse (M48, M85, N2) Radfahrer und Fußgänger sind von den Umleitungen nicht betroffen, sie können die Brücke weiterhin passieren. In Ost-West-Richtung gibt es nur Verkehrseinschränkungen aufgrund des Umleitungsverkehrs.

Umfahrungsmöglichkeiten stehen vom Potsdamer Platz kommend über die Bendlerbrücke sowie in der Gegenrichtung von Schöneberg kommend über die Köthener Brücke zur Verfügung. Die Ampeln an den Umfahrungsstrecken werden angepasst und provisorische Ampeln installiert.

Rudolf-Wissell-Brücke, Westend (Zeitraum der Bauarbeiten: 12. Juli bis 3. September)

Die Rudolf-Wissell-Brücke ist mit rund 180.000 Fahrzeugen am Tag hoch belastet und hat einen kritischen Zustand erreicht. Sie muss durch einen Neubau ersetzt werden, da weitere Ertüchtigungsmaßnahmen nicht umsetzbar sind. Um die Verkehrssicherheit der Brücke bis zum Ersatzneubau zu gewährleisten, muss die gesamte Fahrbahn der Brücke saniert werden. Der vorhandene Fahrbahnbelag ist dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Nach der Sanierung wird dann eine neue Fahrbahndecke bis zum Brückenneubau zur Verfügung stehen. In diesem Jahr erfolgt die Fahrbahnsanierung in Fahrtrichtung Nord, in den Sommerferien 2018 in Fahrtrichtung Süd.

Insgesamt werden 4500 Quadratmeter Brückenabdichtung und 9400 Quadratmeter Fahrbahnbelag saniert beziehungsweise erneuert. Mit den Planungen eines Ersatzneubaus hat der Berliner Senat die Deges beauftragt. Diese hat für die Rudolf-Wissell- Brücke einen Twitter-Account eingerichtet. Dort gibt es zeitnah Infos über den Baufortschritt.

Der Verkehr wird während der Bauzeit auf jeweils zwei Spuren pro Richtung an der Baustelle vorbei geleitet. Die Autobahnzufahrten Spandauer Damm in Fahrtrichtung Nord (Hamburg/Wedding) sowie Siemensdamm in Richtung Süd bleiben während dieser Zeit gesperrt (Anschlussstelle Jakob-Kaiser-Platz nutzbar).

An der Baustelle selbst wird der Pkw-Verkehr in Fahrtrichtung Nord mit Zielrichtung Seestraße über den Mittelstreifen auf die Gegen-Fahrbahn geleitet. Der Zielverkehr Richtung Hamburg ordnet sich auf den rechten Fahrstreifen ein.

BAB A100 - Brücke West über Halenseestraße (Zeitraum der Bauarbeiten: 24. Juli bis 3. September, Brücke voll gesperrt)

Die Brücke mit der Überleitungsfahrbahn am Autobahndreieck Funkturm verbindet die A 100 (Stadtautobahn) in Fahrtrichtung Süd mit der A 115 (Avus) am Autobahndreieck Funkturm. Die Untersuchung und Sanierung eines Schlagloches im Fahrbahnbelag zeigte erhebliche Schädigung des Konstruktionsbetons der etwa 55 Jahre alten Brücke. Die jetzt anstehenden Bauarbeiten beugen weiteren Korrosions- und Fahrbahnschäden vor. Im Zuge der Bauarbeiten wird der Konstruktionsbeton der Spannbetonbrücke partiell instand gesetzt und neu abgedichtet, außerdem wird eine neue Fahrbahndecke aufgetragen.

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© Google Maps/Screenshot

Eine zweispurige Umfahrung erfolgt über Messedamm/Halenseestraße unter dem ICC hindurch über die Halenseestraße auf die A 115. An den vorhandenen Knotenpunkten regeln temporäre Ampelanlagen den veränderten Verkehrsfluss.

Während der Bauzeit ist von der Jafféstraße kommend nur die Zufahrt auf die A 115 möglich. Die Zufahrt zur Halenseestraße oder Neuen Kantstraße ist währenddessen unterbrochen.

In Höhe der Baustelle ist die A 100 in Fahrtrichtung Neukölln auf zwei Fahrstreifen eingeengt, die vorherige Auffahrt an der Anschlussstelle Kaiserdamm Süd auf die A 100 gesperrt. Ein Abfahren in diesem Bereich bleibt weiterhin möglich.

Frankfurter Allee, Lichtenberg (Zeitraum der Bauarbeiten: 10. Juli bis 14. Juli, jeweils 22 bis 5 Uhr stadteinwärts, 17. Juli bis 21. Juli, jeweils von 23 bis 6 Uhr stadtauswärts)

Die Deutsche Bahn AG führt Instandsetzungsarbeiten in Höhe der Bahnbrücke in Lichtenberg durch. In diesem Zusammenhang werden die seitlichen Gehstege instand gesetzt, Korrosionsschäden beseitigt und die Kabelkanäle erneuert. Die Arbeiten werden ausschließlich in der Nacht bei einer kompletten Sperrung der Frankfurter Allee durchgeführt.

BAB A113 - Instandsetzungen beider Richtungsfahrbahnen (seit dem 23. Juni bis voraussichtlich 3. September)

Auf einigen Abschnitten der Autobahn gibt es durch eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR-Schäden oder Betonkrebs) Risse und Abplatzungen an der Fahrbahndecke. Zwischen den Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Adlershof werden deshalb dringend erforderliche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Die geschädigte Betonfahrbahn wird vollständig durch Asphalt ersetzt.

Bereits im Sommer 2016 wurden die am stärksten betroffenen Betonfahrbahnfelder in dem Streckenabschnitt auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmeter erneuert bzw. saniert. Aufgrund der extrem schnellen Schadensentwicklung müssen in diesem Jahr auch alle weiteren Betonflächen, circa 56.000 Quadratmeter, ersetzt werden.

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© Google Maps/Screenshot

Der Verkehr wird während der Bauarbeiten mit jeweils zwei Fahrspuren pro Richtung auf einer Richtungsfahrbahn geführt, während die andere Fahrbahn saniert wird. Im ersten Bauabschnitt erfolgt die Verschenkung auf die südliche Fahrbahn, im zweiten Bauabschnitt über die nördliche Fahrbahn. Während der Bauzeit stehen durchgängig zwei Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung, die Geschwindigkeit wird auf 60 km/h begrenzt.

Die Anschlussstelle (AS) Stubenrauchstraße wird für die Dauer der Gesamtmaßnahme gesperrt, ebenso die nördliche Ein- und Ausfahrt (von und in Richtung Hamburg) der AS Adlershof.

BM