Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch die Stadt, die mit großem Sachschaden endete, haben Zivilfahnder der Polizei Einbrecher auf frischer Tat ertappt und die Verdächtigen sowie weiterer Komplizen in Charlottenburg und Neukölln festgenommen. Die 17, 20 und 23 Jahre alten Männer, die als Intensivtäter bekannt sind, waren den Beamten am Mittwoch aufgefallen, weil sie mit einem BMW langsam Straßen in Heiligensee abfuhren.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hielt der Wagen gegen 17.20 Uhr in der Keilerstraße. Ein Verdächtiger stand Schmiere, die anderen kletterten über ein Tor und verschwanden auf einem Villengrundstück.

Sie holten die Schlüssel und fuhren mit geklautem Mercedes davon

Was dann auf dem Grundstück passierte, konnten die Ermittler nicht sehen. Gegen 18.15 Uhr kletterten die Verdächtigen mit einer Tasche, die sie zuvor nicht hatten, wieder zurück über das Tor. Die beiden Älteren fuhren dann mit dem BMW weg, wobei das Fahrzeug von dem 20-Jährigen gelenkt wurde. Ihnen folgte der Jugendliche mit einem Mercedes, der dem Bewohner des Einfamilienhauses gehört und dessen Schlüssel zuvor in dem Haus gestohlen worden war.

Als kurz darauf feststand, dass die Verdächtigen in das Einfamilienhaus eingebrochen waren, sollten die Fahrzeuge gestoppt und die jungen Männer festgenommen werden. Ein Funkwagen versperrte am Ende der Autobahnzufahrt an der Schulzendorfer Straße die beiden Fahrstreifen. Der BMW fuhr über den Grünstreifen an dem Funkwagen vorbei, touchierte das Polizeifahrzeug und setzte die Flucht fort. Im Beyschlagtunnel verlor der 20-Jährige die Kontrolle über den BMW, woraufhin dieser mehrmals rechts und links gegen die Tunnelwände prallte. Der Wagen kam dann zum Stehen und die beiden Insassen flüchteten zu Fuß aus dem Tunnel. Anschließend trennten sich beide und ihnen gelang die Flucht. Der Jugendliche war zwischenzeitlich mit dem Mercedes geflüchtet.

Sie waren bereits als Intensivtäter bekannt

Die Fahnder überprüften im Anschluss die bekannten Aufenthaltsorte der Intensivtäter. Gegen 19.45 Uhr entdeckten die Ermittler zunächst den gestohlenen Mercedes in der Hermannstraße in Neukölln. Kurz darauf erschien der 17-Jährige an dem Wagen und wurde vorläufig festgenommen.

Rund drei Stunden später beobachteten die Fahnder in der Neuköllner Kranoldstraße die beiden 20- und 23-Jährigen, die gemeinsam mit drei 19, 25 und 42 Jahre alten Männern in einen gemieteten BMW stiegen. Die beiden Jüngeren sind den Fahndern ebenfalls als Intensivtäter bekannt. Der 42-Jährige fuhr das Auto. Nach Hinzuziehung von Unterstützungskräften und Beamten des Spezialeinsatzkommandos sollte die Festnahme der Insassen an der Kaiser-Friedrich- Ecke Bismarckstraße in Charlottenburg erfolgen, als der Wagen an einer roten Ampel stand.

Ein SEK-Mitarbeiter beim Einsatz auf Straße geschleudert

Als der 42-Jährige die Beamten des SEK bemerkte, gab er mit dem Mietfahrzeug Gas, scherte nach links aus und erfasste einen Beamten des SEK, der in der Folge auf die Fahrbahn geschleudert wurde und mit dem Hinterkopf aufschlug. Anschließend rammte der 42-Jährige mit dem BMW drei Dienstfahrzeuge des SEK. Auf der Kreuzung schnitt dann ein Polizist mit einem Zivilfahrzeug dem BMW den Weg ab, woraufhin dieser gegen den Dienstwagen fuhr und dann zum Stehen kam. Der 20-Jährige stieg aus dem BMW und flüchtete zu Fuß in die Bismarckstraße. Ihm folgte ein Beamter des SEK, der dabei Schüsse in die Luft abgab. Kurz darauf konnte der Flüchtende festgenommen werden. Der 42-jährige Fahrer und die anderen drei Insassen wurden am BMW vorläufig festgenommen.

Die Polizei beobachtete fünf mutmaßliche Einbrecher bei der tat und lieferte sich danach eine Verfolgungsjagd mit den Männern
Die Polizei beobachtete fünf mutmaßliche Einbrecher bei der tat und lieferte sich danach eine Verfolgungsjagd mit den Männern© Thomas Peise

Während der angefahrene Polizist des SEK eine Kopfplatzwunde und Prellungen erlitten hatte und am Ort behandelt werden musste, blieb der Fahrer des zuletzt gerammten Zivilfahrzeugs glücklicherweise unverletzt. Der 42-Jährige sowie seine beiden 20 und 23 Jahre alten Komplizen erlitten Verletzungen und mussten behandelt werden.

Der im Beyschlagtunnel zurückgelassene BMW wurde beschlagnahmt. Im Auto wurden Einbruchswerkzeug und Diebesgut aus dem Einfamilienhaus in Heiligensee gefunden. Die beiden 19- und 25-Jährigen werden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Hingegen werden die 17-, 20- und 23-jährigen Intensivtäter sowie der 42 Jahre alte BMW-Fahrer zum Erlass von Haftbefehlen einem Richter vorgeführt.

Es wurden Verkehrsunfallanzeigen und Strafanzeigen unter anderem wegen Einbruchs, Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr zum Verdecken von Straftaten gefertigt. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei der Direktion 5.

BMO