Die AG City hat das Fest am kommenden Sonnabend zum Champions League Finale auf dem Breitscheidplatz abgesagt. Das sagte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) der Berliner Morgenpost am Montag. Jetzt ginge es darum, wie schon am vergangenen Sonnabend beim DFB-Pokalspiel, wieder etwas Ähnliches hinzubekommen. "Vielleicht mit einer Fanbühne vom FC Barcelona", sagte Schulte. Er geht nicht davon aus, dass am Sonnabend die Straßen rund um den Breitscheidplatz wieder gesperrt werden müssen. Für den Platz war ein Fest für die Barcelona-Fans geplant gewesen, die Turiner Fans feiern am Alex.

Kritik übte Schulte an der von Senator Frank Henkel (CDU) geführten Innenverwaltung, die für Sport und Polizei zuständig ist: "Sie muss einfach dafür sorgen, dass die Orte für die Fans gelöst sind. Die Sicherheitsbedenken der Polizei müssen ausgeräumt werden können und der Wunsch der Fans zum Feiern muss berücksichtigt werden", forderte Schulte.

Bei einer von der AG City organisierten Veranstaltung wären beide Belange zum Zuge gekommen. Aber die Sicherheitsbedenken und die hohen Auflagen der Polizei hätten die Veranstaltung für die AG City wirtschaftlich uninteressant gemacht.

Die AG City war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Innenverwaltung weist Kritik von Bezirk zurück

Dafür äußerte sich die Senatsinnenverwaltung. Die will den Vorwurf von Schulte nämlich nicht auf sich sitzen lassen: „Die Kritik an der Innenverwaltung entbehrt jeder Grundlage. Ich muss Herrn Schulte offensichtlich an die bezirkliche Zuständigkeit im Genehmigungsverfahren erinnern. Aufgabe der Sicherheitsbehörden ist es lediglich, Hinweise zum Sicherheitskonzept des Veranstalters zu geben“, spielte Bernd Krömer (CDU), Staatssekretär in der Senatsinnenverwaltung, den Ball zurück. Am Ende entscheide der Bezirk, „welche Sicherheitsauflagen er für erforderlich hält, nicht die Polizei“.

Ganz ohne Feier müssen die Fans aber nicht auskommen. Am Brandenburger Tor steigt ein großes „Champions Festival“. Ein Public Viewing gibt es dort allerdings nicht, die Feier endet pünktlich mit Anpfiff des Spiels.

Noch bis Mittwoch dauert der Aufbau des Fan- und Werbefestes der UEFA rund um das Brandenburger Tor. Eröffnung ist am Donnerstagvormittag. Berlins Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) übernimmt von dem früheren französischen Nationalspieler Christian Karembeu den Champions-League-Pokal, der danach am Brandenburger Tor öffentlich ausgestellt wird. Berliner und Touristen können ihn dort besichtigen und sich damit fotografieren lassen. Das teilte die Agentur M&C Saatchi Sport und Entertainment im Auftrag der UEFA mit.

Straße des 17. Juni bis 11. Juni gesperrt

Das Fanfest dauert bis zum Sonntagnachmittag. Der anschließende Abbau zieht sich bis Donnerstag (11. Juni) der folgenden Woche, so dass die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und der Yitzhak-Rabin-Straße bis dahin gesperrt ist.

Das Endspiel am Samstagabend (20.45 Uhr) können die Fans allerdings nicht in dem Festbereich sehen. Ein sogenanntes Public Viewing wurde schon vor einiger Zeit abgesagt, weil es Bedenken wegen der Sicherheit gab.

Das Fanfest war von Anfang an wohl nicht auf große Leinwände und öffentliches Fußballgucken angelegt. Wegen der vielen Bühnen, Buden und Sponsorenbereiche gibt es deutlich weniger Platz als bei den Fanmeilen bei den Fußball-Weltmeisterschaften. Zu wenig Fläche, kaum Fluchtwege und zu viele Besucher könnten dann zu Problemen führen.

Zahlreiche Kneipen übertragen das Spiel

Für Juventus-Turin-Anhänger soll es am Alexanderplatz ein großes Feiergelände geben. Für das Olympiastadion erhielten beide Vereine jeweils ein Kontingent von rund 20 000 Eintrittskarten.

Zahlreiche Kneipen übertragen das Spiel ebenfalls. Darunter auch wieder bekannte Fußballtreffpunkte wie die Magnet Bar in der Veteranenstraße oder das Lido in Kreuzberg, wohin das Magazin „Elf Freunde“ einlädt.

Bereits am Freitag gibt es auf einem kleinen Kunstrasenplatz direkt vor dem Brandenburger Tor ein kurzes Fußballspiel mit früheren Champions-League-Teilnehmern von Barcelona und Turin sowie Ex-Fußballern aus anderen Ländern, unter denen auch Deutschland ist. Welche früheren Stars mitspielen, wollte die UEFA noch nicht bekanntgeben.

Shakira kommt ebenfalls zum Spiel

Zum Endspiel haben sich außer den Fans aus beiden Städten auch deutsche und internationale Prominenz angesagt. Berlin wird vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Ob Bundespräsident Joachim Gauck kommt, war noch nicht bekannt. Ähnliches gilt für Kanzlerin Angela Merkel, mit der aber nicht gerechnet wird, weil sie am Sonntag am G 7-Gipfel teilnimmt.

Die bunte Promi-Welt wird vermutlich durch die Pop-Sängerin Shakira repräsentiert sein, die die Ehefrau von Barcelona-Abwehrspieler Gerard Piqué und erklärter Fußball-Fan ist. Sie lässt sich kaum ein wichtiges Spiel entgehen.

Nachtflugverbot außer Kraft

9000 Fans pro Klub müssen am Sonnabend und in der Nacht zu Sonntag an den Flughäfen abgefertigt werden. Das bedeutet, dass allein am Flughafen Schönefeld 170 bis 200 Chartermaschinen landen und starten, da Tegel „an der Kante ist“, wie ein Polizeibeamter meinte. Das Nachtflugverbot in Schönefeld wurde schon außer Betrieb gesetzt.