Es ist der ganz normale Wahnsinn um ein kleines technisches Ding: Vor dem Apple-Store auf dem Kurfürstendamm warten die Menschen seit Tagen auf den Kauf ihres neuen iPhone 6. Ab Freitag ist das mindestens 700 Euro teure Handy endlich zu haben.
Einen Tag vor dem Verkaufsstart wird die Schlange immer länger. Waren es am Mittwoch noch rund 30 Menschen, so musste die Polizei am Freitag den Bereich vor dem Geschäft bereits mit einem Flatterband absperren. Die Polizei richtet sich auf einen weiteren Andrang ein, plant aber keinen konkreten Einsatz vor Ort. Apple werden bis 20 Uhr auch Absperrgitter errichten, sagte ein Polizeisprecher. Darauf habe man sich mit dem Unternehmen geeinigt.
Erster in der Schlange ist Phil. Der 23-Jährige aus Hellersdorf campiert bereits seit Sonnabend direkt neben der Eingangstür. Und sieht inzwischen ein bisschen mitgenommen aus – dafür glücklich. „Ich tue das, um mein Wunsch-iPhone zu bekommen“, sagt der Auszubildende. Ein Goldenes soll es sein, mit einem Bildschirm von 4,7 Zoll und 60 Gigabyte Speicherplatz. Besser ginge es nicht.
iPhone statt Duschen
Für sein Traumgerät verzichtet Phil sogar aufs Duschen. „Hin und wieder eine Flasche Wasser über den Kopf muss reichen“, sagt er. Muss er auf die Toilette, benutzt er die Räumlichkeiten im Apple-Store. Für Phil hat das Campen Kultcharakter, in den USA sei das auch ganz normal.
Ein paar Meter weiter sitzt eine Gruppe Männer um einen Klapptisch und spielt Karten. Sie kommen aus der Ukraine, ihre gelb-blaue Flagge flattert im Wind. Ist das nicht seltsam, so weit zu reisen – nur für ein iPhone? Die Frage können sie nicht verstehen.


