Es ist wohl der Albtraum eines jeden Barbesitzers: Innerhalb von 20 Stunden gab es etwa ein Dutzend schlechter Bewertungen auf Google über seine Bar, berichtet der Inhaber der Saphire Bar in Prenzlauer Berg in Berlin, Roland Hoppenheit. "Ich finde es total ungerecht und asozial, so an den Pranger gestellt zu werden", sagt er. Woher dieser Shitstorm plötzlich kam, sei ihm nach wie vor ein Rätsel. Um sich zu wehren, machte er das Thema öffentlich, er schaltete Werbeanzeigen auf Instagram und kommentierte die negativen Rezensionen. Mit Erfolg.
Die Bewertungen richten sich gegen die Bar, die Mitarbeiter, aber auch gegen seine Person. "Unverschämt, asozial, arrogant. Such dir was aus. Wenn ich mir hier die Kommentare des Vollpfosten von Inhabers an die Gäste hier anschaue, macht es keinen Sinn, meinen ein Stern zu begründen", lautet etwa eine davon. Hoppenheit kommentiert darauf: "Leider können wir uns kaum gegen Behauptungen hier bei Google wehren. (...) Tapfer müssen wir mit einem Lächeln das Mobbing über uns ergehen lassen."
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Inhaber der Saphire Bar in Berlin fürchtet, dass in den Sommerferien weniger Touristen in die Bar kommen
Seit mehr als 20 Jahren betreibt Hoppenheit die Saphire Bar im Bötzowviertel. "In all den Jahren habe ich so was noch nie erlebt." Natürlich gebe es immer mal wieder eine schlechte Bewertung, das sei ganz normal. Aber nicht in diesem Ausmaß wie Ende Juli.
Besonders ärgerlich sei für ihn aber auch das Timing. Denn gerade sind Sommerferien in Deutschland und somit auch viele Touristen in Berlin. Bei vielen schlechten Rezensionen kommen weniger Gäste, befürchtet der Barinhaber. Aber auch für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täte es ihm leid.
Saphire Bar in Berlin: Welchen Wert kann man Google-Bewertungen zumessen?
Das Problem: Da Google der Betreiber der Plattform ist, konnte er selber die Kommentare nicht löschen. Jedenfalls nicht ohne Anwalt. Einfach so stehen lassen wollte er die Rezensionen aber auch nicht. Also beschloss er, den Shitstorm publik zu machen und schaltete eine Werbeanzeige auf Instagram, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Darin bat er auch seine Gäste, objektive Bewertungen zu schreiben. Erfolgreich. "Vor allem viele Stammkunden haben echt nette Sachen geschrieben", sagt Hoppenheit. Mittlerweile hat sich das Verhältnis der Rezensionen somit wieder relativiert und die Saphire Bar ist auf Google mit 4,3 Sternen bewertet. Einige Kommentare wurden zudem von Google gelöscht.
Am Ende stellt sich für Hoppenheit die Frage, welchen Wert man einer solchen Plattform zumessen kann, bei der jeder schreiben – und auch manipulieren – kann, was er will. Für ihn sei das alles nicht mehr sinnvoll.


