Fake

Angebliches Flugblatt von Bezirksbürgermeister ist Fälschung

Am Wochenende bekamen viele Tegeler ein Flugblatt, in dem Balzer angeblich die Kooperation mit der Bundeswehr kündigt. Anzeige läuft.

Das Bezirksamt hat auf die Fälschung sofort reagiert und Anzeige erstattet.

Das Bezirksamt hat auf die Fälschung sofort reagiert und Anzeige erstattet.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Da dürften die Menschen nicht schlecht gestaunt haben, als sie in den vergangenen Tagen ihren Briefkasten öffneten. Darin ein Schreiben von Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU). Zumindest sah es so aus, als sei es von ihm, schließlich war dieses mit Foto und Unterschrift versehen. Doch der Inhalt warf Fragen auf, weswegen sich einige Leser verwundert an die Berliner Morgenpost gewendet hatten.

Bei dem Schreiben, das an etliche Haushalte in Tegel ging, handelt es sich um eine Fälschung. Einige Leser erkannten sofort, dass es sich um eine Lüge handeln musste, es gab aber auch welche, die sich über ein derartiges Umdenken des Bezirksbürgermeisters freuten und aufriefen, diese positiven Nachrichten zu verbreiten.

Doch worum geht es in dem Schreiben? Balzer kündigt angeblich die Kooperation mit der Bundeswehr,

wie dort zu lesen ist. Der Grund sei folgender: Militärische Konfliktewürden in dieser Welt eine gigantische Zahl an Todesopfern fordern, an denen auch die Bundeswehr beteiligt sei. Der Schreiber des Flugblatts ergänzt: „Paradoxerweise sollten am ‘Tag der Bundeswehr 2020’ gerade die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bejubelt werden, die für eben jenes Sterben in bewaffneten Konflikten verantwortlich sind“. Das sei ein Grund, den Tag der Bundeswehr abzusagen. Weiter bezieht sich der Schreiber auf den Etat der Bundeswehr – die angegebenen 40 Milliarden Euro sollten lieber in Dinge investiert werden, die Menschenleben retten, anstatt diese zu nehmen, heißt es.

Balzer würdigt partnerschaftliche Beziehungen zur Bundeswehr

In einer Stellungnahme des echten Bezirksbürgermeisters Frank Balzer (CDU) würdigt dieser in diesem Zusammenhang die jahrelangen, partnerschaftlichen guten Beziehungen zur Bundeswehr und dem in der Julius-Leber-Kaserne stationierten Wachbataillon. „Der Bezirk Reinickendorf weiß um die Bedeutung einer modernen Parlamentsarmee, damit wir alle in Frieden, Freiheit und Demokratie leben können. Wir sind zudem dankbar für die vielfältige Unterstützung, die die Bundeswehr bei zeremoniellen Anlässen wie unseren diversen Kranzniederlegungen leistet. Wir sind uns völlig einig darin, den Tag der Bundeswehr möglichst im zweiten Anlauf im Juni 2021 gemeinsam auszurichten“, sagt Balzer. Das Bezirksamt Reinickendorf hat umgehend darauf reagiert und bei der Polizei Strafanzeige wegen Urkundenfälschung erstattet.