In Wedding ist ein Mann bei dem Versuch, ein Auto anzuzünden, festgenommen worden. Zwei Zeugen hatten den 34-Jährigen beobachtet, als er in der Nacht zu Freitag gegen 23.30 Uhr vor einem an der Lynarstraße geparkten Pkw Mercedes hockte. Die Zeugen dachten sich zunächst nichts dabei, bis sie wenig später an dem Fahrzeug einen Feuerschein entdeckten, der nach kurzer Zeit wieder erlosch. Als sie sich dem Wagen näherten, flüchtete der 34-Jährige.

Die beiden Zeugen alarmierten umgehend die Polizei, die den Flüchtigen bereits wenige Minuten später auf dem nahe gelegenen Nettelbeckplatz entdeckte und festnahm. Die Überprüfung des Mercedes ergab, dass kurz zuvor versucht worden war, auf einem der Vorderreifen einen Grillanzünder in Brand zu setzen. Die Polizeibeamten stellten an dem Reifen dann Rückstände des Anzünders sicher.

Ohne festen Wohnsitz

Offensichtlich war der erste Versuch des 34-Jährigen fehlgeschlagen, auf weitere Bemühungen verzichtete der Mann, nachdem er gemerkt hatte, dass er beobachtet wurde. An dem sieben Jahre alten Mercedes entstand kein Sachschaden, der erfolglose Zündler wurde nach seiner Festnahme dem zuständigen Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA) übergeben. Bei dem Täter handelt es sich nach Angaben eines Polizeisprechers um einen Ukrainer, der sich ohne festen Wohnsitz in Berlin aufhält. Das Motiv des 34-Jährigen ist noch unklar, einen politischen Hintergrund schließen die Ermittler nach ihrem derzeitigen Kenntnisstand allerdings aus.

Ganz anders bewerten die Ermittler einen Brandanschlag vom vergangenen Wochenende. In der Nacht zu Sonntag setzten Unbekannte neun Fahrzeuge auf einem Firmenparkplatz in Prenzlauer Berg in Brand, fünf weitere Wagen wurden durch übergreifende Flammen stark beschädigt. Die Berliner Polizei geht von einem politischen Motiv aus, der Staatsschutz ermittelt. In den Wochen und Monaten davor war es deutlich ruhiger gewesen, nachdem in der Hauptstadt über mehrere Jahre von einer Serie politisch motivierter Brandstiftungen betroffen war. Dass potenzielle Autobrandstifter inzwischen deutlich vorsichtiger geworden sind, führen die Ermittler auch auf die Verurteilung eines Mannes zurück, dem mehr als 100 Brandstiftungen nachgewiesen wurden. Der 28-Jährige wurde vor zwei Wochen zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. „Ein solches Urteil hat durchaus abschreckenden Charakter“, sagte ein Polizeibeamter.

hhn