Durchschnittlich 126 Liter Trinkwasser pro Tag verbraucht jeder Mensch in Deutschland. Beim Kochen, Putzen, Duschen oder zum Trinken drehen wir den Hahn auf und das Wasser fließt, wie und wann wir wollen. Dabei ist Wasser eine wertvolle Ressource ist, mit der man nicht verschwenderisch umgehen sollte, auch nicht in unserer Region.
Berlin bezieht sein Trinkwasser überwiegend aus gefiltertem Flusswasser, durch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre ist der Wasserpegel vieler Flüsse jedoch deutlich gesunken. Dies könnte in den kommenden Jahren zu einer Wasserknappheit führen. Höchste Zeit also, das Thema anzugehen und ein Verständnis für nachhaltige Entwicklung zu schaffen, dachte sich die 9. Klasse der Schule Grüner Campus Malchow.
Umweltlehre in der Natur

Im Rahmen ihres Unterrichtsfachs Umweltlehre beschäftigt sie sich eingehend mit der Ressource Wasser. Die Schülerinnen und Schüler wollten den Wasserkreislauf in ihrer Umgebung erkunden und wurden dabei unterstützt vom Lions Club Berlin-Sophie Charlotte.
Obwohl es kalt, nass und früh ist, sind die Mädchen und Jungen bestens gelaunt. Vor ihnen liegt ein vier Kilometer langer Weg durch den Naturhof Malchow, auf dem Malte Zamzow vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) die Jugendlichen über den natürlichen und urbanen Wasserkreislauf aufklären wird.

„In Berlin und Brandenburg sehen wir überall Seen und Gewässer. Viele sind überzeugt, dass wir deswegen unbegrenzte Wasserressourcen haben. Berlin ist zwar gewässerreich, aber wasserarm“, macht Zamzow gleich am Anfang klar. Jedoch ist er zuversichtlich und setzt seine Hoffnung vor allem in die jüngere Generation, die er für die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels besonders sensibilisiert hält.
ph-Wert zeigt die Qualität des Wassers
An einem kleinen Seezugang können die Schülerinnen und Schüler dann aktiv werden und testen mit pH-Teststreifen die Wasserqualität der Panke, die später in einem Forschungsprojekt des KWB von Zamzow analysiert werden. Zur Überraschung aller Beteiligten zeigen die entnommenen Wasserproben einen pH-Wert von 7, was auf reines Wasser hinweist. Während der Auswertungen der Ergebnisse unterhalten sich die Jugendlichen mit dem Fachmann angeregt Wassererosion und Schadstoffbelastung der Berliner Seen.
Dabei hatte sich die Klasse gut vorbereitet und zuvor intensiv mit dem Thema Wasser beschäftigt. Der Fachmann stellt fest: Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein bemerkenswertes Grundwissen, denn die umweltbezogene Schule hat sich ökologische Erziehung auf die Fahnen geschrieben. Neben Themen wie Konsumverhalten oder Naturschutz stehen auch Projekttage wie der Ausflug entlang der Panke auf dem Stundenplan.

„In dem Fach Umweltlehre behandeln wir mit den Kids alle Säulen der Nachhaltigkeit. Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung unseres Ökosystems oder nachhaltige Ressourcennutzung. Ein großer Aspekt ist auch das Soziale, rücksichtsvolles Verhalten oder sich gegenseitig in Notsituationen zu helfen“, erläutert die Lehrerin Ariane Cichy. Wie verantwortungsbewusst die Jugendlichen miteinander und der Natur umgehen, lässt sich auch auf der Exkursion beobachten. Keiner lässt Müll an der Panke zurück und es wird sich gegenseitig geholfen, wenn es Probleme beim Ausfüllen des Wasserquiz gibt. „Auf unserer Gemeinschaftsschule sind viele bei uns eingeschult worden, dadurch wurde ihnen dieser Nachhaltigkeitsgedanken auf allen Ebenen seit der ersten Klasse immer wieder vor Augen geführt“, sagt Frau Cichy stolz. Auf die Frage, warum sie sich für den heutigen Projekttag für die Ressource Wasser entschieden haben, erwidert die Lehrerin: „Mit Wasser haben die Kinder jeden Tag Kontakt. Sie nutzen Wasser in den schönsten Formen. Dabei ist es wichtig zu zeigen, dass Wasser auch eine begrenzte Ressource ist, mit der wir sparsam umgehen müssen.“
Die Schule hat nur einen Trinkwasserspender
Zurzeit verfügt die Schule über einen Trinkwasserspender, sodass die Schülerinnen und Schüler gefiltertes Wasser in wiederverwendbaren Flaschen abfüllen können und keine Plastikflaschen verwenden müssen. Ein Trinkwasserspender für sechs Schulgebäude ist jedoch zu wenig, weshalb die Schule die Spende des Lions Clubs Berlin-Sophie Charlotte für einen weiteren Trinkwasserspender verwenden möchte.

Das Ziel des „Wasserlaufs“ der 9. Klasse ist das Gelände des Deutschen Angelverbands Landesverband Berlin e.V., der mit Grillwürstchen und Getränken auf die Jugendlichen wartet. Begrüßt werden sie dort auch von Maren Görwitz, der Präsidentin des Lions Clubs Berlin-Sophie Charlotte , der aus 30 Frauen besteht. Sie engagieren sich zum zweiten Mal für nachhaltige Ressourcennutzung.
Gemeinsames Verständnis von den Ressourcen schaffen
Nach einem interaktiven Wasserzyklusspiel und begeistert von dem Interesse und Durchhaltevermögen der Schülerinnen und Schüler meint Maren Görwitz: „Wasser ist eine wichtige Ressource, jedoch schützen wir sie in der Regel zu wenig. Wir alle plempern mit dem Wasser herum, ich mache es auch. Wenn wir allerdings mehr über dieses Thema wissen und uns die Kostbarkeit und Begrenztheit dieser Ressource klar wird, ist das sehr hilfreich für die nachhaltige Verwendung von Wasser.“
Maren Görwitz ist davon überzeugt, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser gerade für Kinder und Jugendliche wichtig ist, da sie diejenigen seien, die am meisten mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben werden. In der Kooperation des Lions Clubs Berlin-Sophie Charlotte und der Schule Grüner Campus Malchow soll eine Basis des Verständnisses geschaffen werden. „Nur wenn wir das gleiche Verständnis für eine Sache haben, können wir etwas verändern und gemeinsam die Umwelt schützen“, sagt Maren Görwitz.


