Preisverleihung

Mathematik öffnet alle Türen

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Petra Götze
Die Klasse 4 c der Michael-Ende-Schule aus Neukölln mit Bezirksbürgermeister  Martin Hikel.

Die Klasse 4 c der Michael-Ende-Schule aus Neukölln mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Drei Schulen aus Neukölln bei der großen Preisverleihung von „Mathe im Advent“. Berliner helfen ist Regionalförderer des Wettbewerbs.

Großer Andrang am Freitagnachmittag im Auditorium der Freien Universität in Dahlem: Fast 1000 Schülerinnen und Schüler waren zur Preisverleihung des Wettbewerbs „Mathe im Advent“ gekommen, die nach zwei Jahren Corona-Pause endlich wieder stattfinden konnte.

Alle Eingeladenen gehörten zu den Gewinnern des Mathematik-Wettbewerbs, der von der gemeinnützigen Mathe im Leben GmbH und der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgerichtet wird. Im Dezember 2022 mussten 24 kniffelige Aufgaben im digitalen Adventskalender gelöst werden – als Einzelspieler oder gemeinsam als Klasse. Das Motto lautete diesmal „Mathe für Planet A – endliche Ressourcen, unendliche Möglichkeiten“.

„Also manche Aufgaben waren schon ganz schön schwer, andere dafür leichter“, meinte der neunjährige Alexis aus der Klasse 4c der Michael-Ende-Schule in Neukölln. „Mir hat am besten die Aufgabe mit den Ausstechformen gefallen“, ergänzt seine neunjährige Mitschülerin Sharleen.

24 kniffelige Aufgaben im Mathe-Adventskalender lösen

Klassenlehrerin Olivia Czarnecki war begeistert von der Motivation ihrer Schülerinnen und Schüler. „Sie haben sich manchmal noch eigene Aufgaben ausgedacht, wenn die aus dem Adventskalender gelöst waren“, berichtet sie.

Die Neuköllner Grundschule hat zum ersten Mal an dem Mathe-Wettbewerb teilgenommen. Berliner helfen e.V., der Verein der Berliner Morgenpost ermöglicht mit einer Spende die kostenlose Teilnahme aller Neuköllner Schulen. Die Kosten für das Klassenspiel betragen 300 Euro pro Schule.

„Das ist eine ganz tolle Motivation. Die Schulen müssen sich nicht um die Finanzierung kümmern, wir konnten uns ganz unkompliziert anmelden“, sagt Farid Behzadi, Mathematiklehrer an der Katholischen Schule St. Marien in Neukölln. Er ist mit zwölf Schülerinnen seiner 8. Klasse bei der Preisverleihung dabei. „Wir machen das erste Mal mit. Die Aufgaben waren immer wieder überraschend, wie bei einem richtigen Adventskalender“, sagt die 13-jährige Sarah. „Es hat Spaß gemacht und war abwechslungsreich, mal schwerer, mal leichter“, meint ihre Mitschülerin Benina.

Bezirksbürgermeister Hikel war Mathematik-Lehrer

Und auch die ganz Kleinen in Neukölln haben fleißig mitgerätselt: Zehn Kinder der Schliemann-Grundschule mit ihrer Lehrerin Anje Keller gehörten zu den besten drei Klassen aus Neukölln, die bei der Preisverleihung mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel auf die Bühne gerufen wurden. „Rechnen lernen ist genauso wichtig, wie eine Sprache lernen. Wer die Sprache der Mathematik versteht, der kann alles werden“, sagte Hikel, der vor seinem politischen Amt Mathematiklehrer war. Die Kinder wollten vor allem eine Zahl von ihrem Bürgermeister wissen, nämlich wie groß er ist. 2,08 Meter lautet die Antwort.

Bei der Preisverleihung wurden die drei besten Klassen der verschiedenen Jahrgangsstufen und die besten Einzelspieler geehrt, darunter 25 Kinder aus Berlin. Mitmachen konnten Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelstufe aller Schulformen. Die beste Schule freier Trägerschaft wurde die Katholische Schule Liebfrauen in Westend. Neben einer Urkunde gab es Spiele, Bücher, Musikinstrumente und Ausflugsgutscheine zum Beispiel in den Filmpark Babelsberg zu gewinnen. Für die Kinder ab der 10. Klasse gibt es den schwierigeren Math+ Adventskalender, der vom Exzellenzcluster Math+ in Berlin und dem niederländischen 4TU.AMI entwickelt wird.

„Wenn es den Mathe-Adventskalender noch nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“, meint Wolfram Koepf, Professor der Mathematik und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Mathematiker- Vereinigung. „Mit dem Adventskalender kann man so viele Kinder für Mathematik begeistern, die sich sonst dafür nicht interessieren würden“, meint er. Tatsächlich sind die Teilnehmerzahlen des Wettbewerbs, der unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, steht, beeindruckend: 183.839 Teilnehmer, davon 167.784 Schülerinnen und Schüler haben 2022 bei „Mathe im Advent“ mitgemacht.