Jubiläum

Roten Nasen bringen Spaß ins Krankenhaus

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Petra Götze
Gruppenfoto in Rot zum Jubiläum der Roten Nasen auf dem Sportplatz der Füchse Berlin in Reinickendorf.

Gruppenfoto in Rot zum Jubiläum der Roten Nasen auf dem Sportplatz der Füchse Berlin in Reinickendorf.

Foto: Gregor Matthias Zielke

Der Verein Rote Nasen feiert Jubiläum: Seit 20 Jahren bringen die Clowns Kinder im Krankenhaus zum Lachen.

Bis zur Nasenspitze ganz in Rot: Rund 100 rotgekleidete Menschen mit roten Nasen stellten sich gestern auf dem Sportgelände der Füchse Berlin in Reinickendorf zum Gruppenfoto aus der Vogelperspektive auf. Die Aktion von dem gemeinnützigen Verein Rote Nasen Deutschland sollte ein Zeichen setzen – für Lebensfreude und Hoffnung in Zeiten zahlreicher Krisen. Denn dafür stehen die Klinik-Clowns des Vereins mit ihren roten Nasen, die bei ihren Besuchen in Kinderkliniken und Pflegeeinrichtungen Leichtigkeit und Lachen mitbringen.

Die Aktion beim Berliner Charity Partner der Roten Nasen, dem Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, bildet den Auftakt zum 20-jährigen Jubiläum der Hilfsorganisation in diesem Jahr, die unter dem Motto steht „Kleine Nasen, große Wirkung!“

Eine Clown-Parade mit Musik begrüßte die Teilnehmer vor Ort. Mehran Moazami-Goudarzi, Geschäftsführer von Rote Nasen Deutschland e.V., freute sich über die zahlreich erschienenen Unterstützer: „Es ist uns eine Ehre, unser 20-jähriges Jubiläum gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, Spendern und Unterstützern einläuten zu können“, sagte er. „Ohne dieses Engagement könnten unsere Clowns ihre wertvolle Arbeit nicht leisten. Für die Treue und das Engagement jedes Einzelnen sind wir sehr dankbar.“

Berliner helfen e.V. spendet Spenden für Clownsvisiten

Auch „Berliner helfen e.V.“, der Verein der Berliner Morgenpost, unterstützt die Clownsvisiten auf der Kinderkardiologie des Deutschen Herzzentrums und der Kinderonkologie der Charité im Rahmen der Spendenaktion „Schöne Bescherung“.

„Der Clown ist ja gerade für schwierige Zeiten da“, sagt Reinhard Horstkotte. Er ist der künstlerische Leiter und Mitbegründer von Rote Nasen und ist für die Ausbildung und spezielle Schulung der Künstler zuständig. Die Clownsvisiten finden regelmäßig in acht Kinderkliniken in Berlin und in zwei Brandenburger Kliniken statt, natürlich unter strengen Hygieneauflagen. „Aber die galten für uns schon vor Corona, gerade in den sensiblen Bereichen mit den Risikopatienten auf den Herz- oder Transplantationsstationen“, sagt er. Daher sei auch das Auftreten mit Mund-Nasen-Maske kein Problem: „Der Clown kommuniziert ja nicht über die Sprache, sondern über die Augen, Gestik, Mimik und vor allem die Körpersprache. Das funktioniert auch mit Maske“, sagt der künstlerische Leiter, der auch selbst als Clown arbeitet.

Alle Clowns sind ausgebildete Künstler

Drei bis vier Stunden verbringt der Clown auf der Station, dabei sind Präsenz und Konzentration gefragt, dazu kommt die Bewegung durch Tanz und Pantomime oder das Spiel auf der Ukulele, einer kleinen Gitarre. Die insgesamt 70 Clowns der Roten Nasen haben alle eine abgeschlossene Ausbildung als Schauspieler, Pantomime oder Musiker und erhalten spezielle Schulungen zu Psychologie, Krankheitsbildern, Pflege und Hygiene.

Besonders gefragt sind die Clowns auch in der Kinderklinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum. Dort wird ein Clown zur Vorbereitung der Operation des Kindes eingesetzt. „Es tut den Kindern und ihren Eltern sichtlich gut, wenn die Clowns die Angst und den Druck vor einer Operation lindern können. Das erleichtert auch Ärzten wie Pflegenden die Arbeit“, meint der Klinikdirektor, Professor Felix Berger.

„Der Clown erinnert uns an das zutiefst Menschliche. Er liebt das Leben in all seinen Facetten“, sagt Reinhard Horstkotte, „das macht ihn gerade in Zeiten der Krisen so wertvoll.“

In Berlin und Brandenburg sind die Clowns von den Roten Nasen in zwölf Krankenhäusern wöchentlich im Einsatz, darunter auf den Kinderkrebsstationen der Charité und im Klinikum Buch, auf der Kinderkardiologie im Deutschen Herzzentrum und im St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof. Auch viele Senioren- und Pflegeeinrichtungen freuen sich auf einen monatlichen Clownsbesuch.

Der gemeinnützige Verein ist spendenfinanziert und Partner der Organisation Red Noses International, die in elf Ländern tätig ist. Botschafter der Roten Nasen ist der Opernsänger Rolando Villazon.